{"id":1394,"date":"2017-01-03T23:10:29","date_gmt":"2017-01-03T22:10:29","guid":{"rendered":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/?p=1394\/"},"modified":"2017-02-01T18:19:11","modified_gmt":"2017-02-01T17:19:11","slug":"o-kazantzakis-ston-kritiko-lenta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/genikou-endiaferontos\/o-kazantzakis-ston-kritiko-lenta\/","title":{"rendered":"\u039f \u039d\u03af\u03ba\u03bf\u03c2 \u039a\u03b1\u03b6\u03b1\u03bd\u03c4\u03b6\u03ac\u03ba\u03b7\u03c2 \u03c3\u03c4\u03bf\u03bd \u03ba\u03c1\u03b7\u03c4\u03b9\u03ba\u03cc \u039b\u03ad\u03bd\u03c4\u03b1"},"content":{"rendered":"<p><strong>O \u03c3\u03b7\u03bc\u03b5\u03c1\u03b9\u03bd\u03cc\u03c2 \u039b\u03ad\u03bd\u03c4\u03b1\u03c2 \u03b1\u03c0\u03ad\u03c7\u03b5\u03b9 \u03c0\u03b5\u03c1\u03af\u03c0\u03bf\u03c5 \u03bc\u03b9\u03b1 \u03ce\u03c1\u03b1 \u03bc\u03b5 \u03c4\u03bf \u03b1\u03c5\u03c4\u03bf\u03ba\u03af\u03bd\u03b7\u03c4\u03bf \u03b1\u03c0\u03cc \u03c4\u03b7\u03bd \u03b1\u03c1\u03c7\u03b1\u03af\u03b1 \u0393\u03cc\u03c1\u03c4\u03c5\u03bd\u03b1, \u03c4\u03b7\u03c2 \u03bf\u03c0\u03bf\u03af\u03b1\u03c2 \u03ae\u03c4\u03b1\u03bd \u03b5\u03c0\u03af\u03bd\u03b5\u03b9\u03bf \u03c3\u03c4\u03b7 \u03bc\u03b9\u03bd\u03c9\u03b9\u03ba\u03ae \u03b5\u03c0\u03bf\u03c7\u03ae. \u039f \u03b4\u03c1\u03cc\u03bc\u03bf\u03c2 \u03c0\u03c1\u03bf\u03c2 \u03c4\u03bf\u03bd \u039b\u03ad\u03bd\u03c4\u03b1 \u03b1\u03bd\u03b5\u03b2\u03b1\u03af\u03bd\u03b5\u03b9 \u03b1\u03c1\u03c7\u03b9\u03ba\u03ac \u03c3\u03b5 \u03b1\u03c4\u03ad\u03bb\u03b5\u03b9\u03c9\u03c4\u03b5\u03c2 \u03c3\u03b5\u03c1\u03c0\u03b1\u03bd\u03c4\u03af\u03bd\u03b5\u03c2 \u03c4\u03b1 \u0391\u03c3\u03c4\u03b5\u03c1\u03bf\u03cd\u03c3\u03b9\u03b1 \u038c\u03c1\u03b7. \u0391\u03c0\u03cc \u03c8\u03b7\u03bb\u03ac \u03be\u03b5\u03bc\u03c5\u03c4\u03af\u03b6\u03b5\u03b9 \u03ba\u03ac\u03c0\u03bf\u03b9\u03b1 \u03c3\u03c4\u03b9\u03b3\u03bc\u03ae \u03b7 \u03bd\u03cc\u03c4\u03b9\u03b1 \u03b1\u03ba\u03c4\u03ae \u03c4\u03b7\u03c2 \u039a\u03c1\u03ae\u03c4\u03b7\u03c2, \u03c0\u03bf\u03c5 \u03c3\u03c4\u03bf\u03c5\u03c2 \u03c4\u03bf\u03c5\u03c1\u03b9\u03c3\u03c4\u03b9\u03ba\u03bf\u03cd\u03c2 \u03bf\u03b4\u03b7\u03b3\u03bf\u03cd\u03c2 \u03b1\u03bd\u03b1\u03c6\u03ad\u03c1\u03b5\u03c4\u03b1\u03b9 \u03c3\u03c5\u03bd\u03ae\u03b8\u03c9\u03c2 \u03bc\u03cc\u03bd\u03bf \u03b5\u03c0\u03b9\u03b3\u03c1\u03b1\u03bc\u03bc\u03b1\u03c4\u03b9\u03ba\u03ac. \u039c\u03b9\u03b1 \u03bf\u03bb\u03b9\u03b3\u03bf\u03ae\u03bc\u03b5\u03c1\u03b7 \u03b4\u03b9\u03b1\u03bc\u03bf\u03bd\u03ae \u03c4\u03bf\u03bd \u0391\u03cd\u03b3\u03bf\u03c5\u03c3\u03c4\u03bf \u03c4\u03bf\u03c5 1924 \u03c3\u03c4\u03bf\u03bd \u03ba\u03c1\u03b7\u03c4\u03b9\u03ba\u03cc \u039b\u03ad\u03bd\u03c4\u03b1 \u03b1\u03c0\u03ad\u03ba\u03c4\u03b7\u03c3\u03b5 \u03ba\u03b1\u03b8\u03bf\u03c1\u03b9\u03c3\u03c4\u03b9\u03ba\u03ae \u03c3\u03b7\u03bc\u03b1\u03c3\u03af\u03b1 \u03b3\u03b9\u03b1 \u03c4\u03bf\u03bd \u039d\u03af\u03ba\u03bf \u039a\u03b1\u03b6\u03b1\u03bd\u03c4\u03b6\u03ac\u03ba\u03b7.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">Neben den zeitgen\u00f6ssischen Reiseschriftstellern lie\u00df auch Nikos Kazantzakis das Dorf beinahe unerw\u00e4hnt. Dabei verbrachte er im August des Jahres 1924 zumindest einige Tage in \u201eLeda\u201c, und dieser Aufenthalt wurde zu einer Art Schl\u00fcsselerlebnis f\u00fcr den wohl bekanntesten griechischen Schriftsteller der Neuzeit. Er war damals noch mit Galatia Alexiou verheiratet, reiste aber mit seiner neuen Liebe, Eleni Samiou, dorthin und verlebte zehn herrliche Tage, von denen er noch lange zehrte und auf die er im Verlauf seines Lebens immer wieder zur\u00fcckkam. Seine Ehefrau Galatia reiste den beiden nach, konnte dem hei\u00dfen Strand am Libyschen Meer jedoch nicht viel abgewinnen.<\/p>\n<p class=\"text\">In Kazantzakis\u00b4 Nachlass fand sich eine Skizze unter dem Titel Elenis Buch, in der Leda, afrikanische Landschaft erw\u00e4hnt wird. Am 29. Juli 1924 schrieb Kazantzakis nicht lange nach ihrem ersten Zusammentreffen an Eleni Samiou und lud sie nach Lendas ein: \u201eGenossin, das Leben ist doch wunderbar. Sie kommen jetzt nach Kreta! Zusammen werden wir die teure Insel sehen, zusammen am Ufer des Libyschen Meeres sitzen, Afrika gegen\u00fcber! Kommen Sie schnell! Die Trauben, die Feigen, die Birnen, die Melonen \u2013 Homer, Buddha, unsere beiden Herzen \u2013 die herrlichen ersten Regenf\u00e4lle \u2013 alles ist reif, ist bereit, ist gro\u00dfartig, Genossin!\u201c<\/p>\n<p class=\"text\"><a href=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lentas_11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1381 size-full\" src=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lentas_11.jpg\" alt=\"Lentas_11\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lentas_11.jpg 1024w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lentas_11-300x225.jpg 300w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lentas_11-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a> Die N\u00e4he Afrikas, das Blut der Sarazenen, das Kazantzakis in sich f\u00fchlte, und der ewige faustische Kampf zwischen Geist und Materie m\u00fcssen ihn in Lendas besonders heimgesucht haben. Nach stundenlangem Ritt auf dem Maulesel \u00fcber das Asteroussia-Gebirge langten sie am Strand an, wo \u2013 wie er behauptet \u2013 damals nur ein Haus mit einem einzigen Bewohner stand. Es soll sich, nach Auskunft der Tavernenwirtin Elpida Jannedaki, um das Haus oberhalb der Strandtaverne Michalis gehandelt haben. Im heutigen D\u00f6rfchen Lendas ist die Erinnerung an den Besuch von Kazantzakis in der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung noch lebendig und treibt so manche Bl\u00fcten. So soll der Dichter mit dem leibhaftigen Sorbas hier gewesen sein und gar ein halbes Jahr hier verbracht haben.<\/p>\n<p class=\"text\">Elpida Jannedaki ist die dienst\u00e4lteste Tavernenwirtin in der Bucht von Lendas. Obwohl l\u00e4ngst im Rentenalter st\u00f6hnt sie jedes Jahr aufs neue, am Anfang und am Ende der Saison. Doch allj\u00e4hrlich findet man sie wieder auf ihrem Posten vor: Den R\u00fccken zum Meer gewandt, wartet sie auf G\u00e4ste. \u201eDie See habe ich mein Leben lang gesehen, irgendwann reicht\u00b4s.\u201c Elpida ist eine der letzten, die den Mythos von Kazantzakis in Lendas noch weitertradieren. Sie hat sich von den \u00e4ltesten Zeitzeugen den legend\u00e4ren Besuch schildern lassen und in einem alten, blauen Schulheft aufgezeichnet. Ihre \u00c4uglein blinzeln listig: \u201eDer war seiner Zeit weit voraus! Ihm war egal, was die Leute redeten. Er sagte immer: \u201aWas ihr im stillen K\u00e4mmerlein tut bei Kerzenschein, das tue ich im Sonnenlicht!\u2018\u201c<\/p>\n<p class=\"text\">Eleni Kazantzaki beschreibt ihren ersten Eindruck der Bucht von Lendas: \u201eEin halbmondf\u00f6rmiger Strand, von zwei Seiten durch steil abst\u00fcrzende Felsen eingeschlossen. Ein einziges Dach: ein Speicher, mit Kr\u00fcgen und Getreide gef\u00fcllt. Ein einziger Bewohner: ein halb tauber und halb blinder Greis. Leda! Das war der \u201aideale\u2018 Ruhesitz, den man f\u00fcr den Dichter und Asketen ausgesucht hatte. Gab er nicht vor, das Leben der einfachen, kleinen Leute zu lieben? Weder Tisch noch Bett, keine W\u00e4sche, nichts, was die Illusion von Behaglichkeit hervorrufen k\u00f6nnte. Ameisen, Fliegen und heller Sand, der rauchte wie geschmolzenes Zinn.\u201c<\/p>\n<p class=\"text\"><a href=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lentas_10.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1376\" src=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lentas_10.jpg\" alt=\"Lentas_10\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lentas_10.jpg 1024w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lentas_10-300x225.jpg 300w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lentas_10-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>Trotz des anf\u00e4nglichen Schocks blieben Nikos und Eleni, sie suchten sich tags\u00fcber eine Grotte, in der sie die Ilias, Goethes Iphigenie auf Tauris, Aischylos und Tschechow lasen. Eleni empfand diesen Aufenthalt als eine Mischung aus Qual und Freude. Kazantzakis bestand, trotz seiner gro\u00dfen Schamhaftigkeit darauf, nackt zu baden. Auch heute noch ist die lang gestreckte Badebucht von Diskos, von Lendas aus in zwanzig Minuten zu Fu\u00df zu erreichen, ein Geheimtip unter Nacktbadern und Wildzeltern.<\/p>\n<p class=\"text\">Aber wie dem auch gewesen sein mag: Im September 1924 schrieb Kazantzakis seiner Geliebten aus Iraklio: \u201eDoch w\u00e4re es, und ich m\u00fcsste jetzt pl\u00f6tzlich sterben, so w\u00fcrde vor meine Augen das Meer bei Leda treten, unser Fels, die gl\u00fchhei\u00dfen Kiesel, die flammenden Zitronenb\u00e4ume, Ihr schlanker biegsamer Leib, Ihr schmaler und verschlossener Mund. Ach, voll von Wunderbarem ist diese Erde, und unser Herz ist ein nie befriedigtes, furchtbares Mysterium, das die ganze H\u00f6llenqual des Lebens in heilige Trunkenheit umwandelt. Erinnern Sie sich doch \u2013 welch ein Ringen, um Leda in ein Paradies zu verwandeln!\u201c Lendas wird zu einem geheimen Symbol der Bindung zwischen Nikos und Eleni, zum Ort einer Verschw\u00f6rung. Kazantzakis spricht von der \u201eschrecklichen K\u00fcste von Leda\u201c, die er mit Geduld, Beharrlichkeit und Liebe in ein Paradies verwandeln m\u00f6chte. Die N\u00e4chte von Lendas kehren in Nikos\u00b4 Briefen aus den Jahren 1925 und 1926 des \u00f6fteren wieder.<\/p>\n<p class=\"text\">Galatia Kazantzaki beschreibt dieselben Vorkommnisse, nur notd\u00fcrftig kaschiert, in ihrem Schl\u00fcsselroman Anthropi kai Yperanthropi, Menschen und \u00dcbermenschen. Es ist vielleicht ganz interessant, einmal die Darstellung der \u201eGegenseite\u201c zu h\u00f6ren. Danai und Alexandros Artakis \u2013 also Galatia und Nikos Kazantzakis \u2013 verbringen den Sommer auf Kreta und empfangen eine Reihe von Bewunderern des Dichters, unter ihnen die junge Nelly (Eleni Samiou). Man erz\u00e4hlt von einem Strand am Libyschen Meer, der f\u00fcr seinen Sternenhimmel, sein indigoblaues Wasser, seine v\u00f6llige Abgeschiedenheit, seine Wildtauben in den umliegenden Grotten, sein altes Asklepios-Heiligtum mit den gut erhaltenen Mosaikb\u00f6den der Heilquellen und mit seinem einzigen und zu mietenden Haus zu einem Geheimtip geworden ist. Alexandros bricht am n\u00e4chsten Tag dahin auf, und als Danai ihm nicht folgen will, begleitet ihn Nelly. Danai, die sich erst nach drei Wochen dazu aufrafft, ihnen nachzureisen, trifft die beiden in einer k\u00fchlen H\u00f6hle an, in der Alexandros vorliest, w\u00e4hrend Nelly lauscht: \u201eDer Strand hatte an dieser Stelle die Form einer Mondsichel, deren Spitzen in riesigen Felsen endeten. Die rechte Sichelspitze formte die Gestalt eines riesenhaften, sitzenden L\u00f6wen, der nach Afrika blickte.\u201c Danai stuft die Hingabe der jungen Nelly an Alexandros als unerotische Lehrer-Sch\u00fclerin-Beziehung ein: \u201eNein, dachte Danai, ich bin nicht daf\u00fcr geschaffen, meine \u2013 sei es auch noch so unbedeutende \u2013 Pers\u00f6nlichkeit irgendeinem Propheten oder Lehrer zu opfern.\u201c<\/p>\n<p class=\"text\"><a href=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lentas_14.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1372\" src=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lentas_14.jpg\" alt=\"Lentas_14\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lentas_14.jpg 1024w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lentas_14-300x225.jpg 300w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lentas_14-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>Im Ort sind heute die \u00dcberreste des erw\u00e4hnten Asklepios-Heiligtums zu besichtigen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgegraben wurden. In den sp\u00e4ten f\u00fcnfziger Jahren wurden die Ruinen einer fr\u00fchminoischen Siedlung mit Kuppelgr\u00e4bern nachgewiesen, Fundst\u00fccke daraus befinden sich im Arch\u00e4ologischen Museum in Iraklio. Das Asklepios-Heiligtum wurde von Gortys aus im vierten vorchristlichen Jahrhundert gegr\u00fcndet und erlangte bald gro\u00dfes Ansehen in ganz Griechenland. Sogar Libyer sollen auf der Suche nach Heilung hierher gepilgert sein. Der Tempel muss sehr eindrucksvoll gewesen sein: mit Statuen des Asklepios und der Hygieia, einem Schatzhaus, in dem Opfergaben aufbewahrt wurden (ein Teil des Fu\u00dfbodenmosaiks dieses Schatzhauses ist erhalten geblieben), mehrere S\u00e4ulenhallen (eine davon f\u00fcr den Heilschlaf, der in einer mystischen Erscheinung des Heilgottes gipfeln sollte), eine gro\u00dfe Marmortreppe, eine durch ein Nymphaion \u00fcberbaute Quelle, von der aus eine Leitung aus Tonr\u00f6hren Wasser in die Badebassins f\u00fchrte, zudem Herbergen und G\u00e4steh\u00e4user f\u00fcr die Besucher und Wohnungen f\u00fcr die Priester. Mit der Durchsetzung des Christentums wurde auch diese heidnische Kultst\u00e4tte zerst\u00f6rt und als Steinbruch gen\u00fctzt. Die Thermen wurden jedoch an die tausend Jahre genutzt. In der heutigen Ioannis-Theologos-Kirche von Lendas, unweit des Heiligtums, sieht man noch verbaute marmorne S\u00e4ulenteile.<\/p>\n<p class=\"text\">Warum hat Lendas mit seiner afrikanische Landschaft, seinem W\u00fcstenklima, das Galatia als tags\u00fcber unertr\u00e4glich hei\u00df und nachts kalt beschreibt, so stark auf Kazantzakis gewirkt? Vielleicht gibt ein Brief aus dem Jahr 1917 Aufschluss, den der Dichter in Z\u00fcrich verfasst hat. Darin f\u00fchlt er das Blut der Sarazenen \u2013 assoziiert mit Dattelpalmen, hei\u00dfem W\u00fcstensand, maurischen Torb\u00f6gen, schlankgewachsenen Beduinenfrauen \u2013 in sich brodeln. Gerade im Herzen Europas schreibt er: \u201eIch habe mich selbst wiedergefunden, den Abk\u00f6mmling der Sarazenen, auf Kreta, der afrikanischen Insel.\u201c Aber gerade dieser Kampf zwischen Sarazenenblut und Vergeistigung, zwischen Materie und Intellekt steht dem hautempfindlichen Kazantzakis immer wieder ins Gesicht geschrieben. Er leidet n\u00e4mlich an einer Hautkrankheit, die sein Wiener Psychoanalytiker Stekel als \u201eMaske der Sexualit\u00e4t\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p class=\"text\"><strong>Text und Fotos: Michaela Prinzinger, erschienen in der Griechenland Zeitung am 9. 12. 2005.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>O \u03c3\u03b7\u03bc\u03b5\u03c1\u03b9\u03bd\u03cc\u03c2 \u039b\u03ad\u03bd\u03c4\u03b1\u03c2 \u03b1\u03c0\u03ad\u03c7\u03b5\u03b9 \u03c0\u03b5\u03c1\u03af\u03c0\u03bf\u03c5 \u03bc\u03b9\u03b1 \u03ce\u03c1\u03b1 \u03bc\u03b5 \u03c4\u03bf \u03b1\u03c5\u03c4\u03bf\u03ba\u03af\u03bd\u03b7\u03c4\u03bf \u03b1\u03c0\u03cc \u03c4\u03b7\u03bd \u03b1\u03c1\u03c7\u03b1\u03af\u03b1 \u0393\u03cc\u03c1\u03c4\u03c5\u03bd\u03b1, \u03c4\u03b7\u03c2 \u03bf\u03c0\u03bf\u03af\u03b1\u03c2 \u03ae\u03c4\u03b1\u03bd \u03b5\u03c0\u03af\u03bd\u03b5\u03b9\u03bf \u03c3\u03c4\u03b7 \u03bc\u03b9\u03bd\u03c9\u03b9\u03ba\u03ae \u03b5\u03c0\u03bf\u03c7\u03ae. \u039f \u03b4\u03c1\u03cc\u03bc\u03bf\u03c2 \u03c0\u03c1\u03bf\u03c2 \u03c4\u03bf\u03bd \u039b\u03ad\u03bd\u03c4\u03b1 \u03b1\u03bd\u03b5\u03b2\u03b1\u03af\u03bd\u03b5\u03b9 \u03b1\u03c1\u03c7\u03b9\u03ba\u03ac \u03c3\u03b5 \u03b1\u03c4\u03ad\u03bb\u03b5\u03b9\u03c9\u03c4\u03b5\u03c2 \u03c3\u03b5\u03c1\u03c0\u03b1\u03bd\u03c4\u03af\u03bd\u03b5\u03c2 \u03c4\u03b1 \u0391\u03c3\u03c4\u03b5\u03c1\u03bf\u03cd\u03c3\u03b9\u03b1 \u038c\u03c1\u03b7. \u0391\u03c0\u03cc \u03c8\u03b7\u03bb\u03ac \u03be\u03b5\u03bc\u03c5\u03c4\u03af\u03b6\u03b5\u03b9 \u03ba\u03ac\u03c0\u03bf\u03b9\u03b1 &hellip; <a href=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/genikou-endiaferontos\/o-kazantzakis-ston-kritiko-lenta\/\" class=\"more-link\">\u03a3\u03c5\u03bd\u03b5\u03c7\u03af\u03c3\u03c4\u03b5 \u03c4\u03b7\u03bd \u03b1\u03bd\u03ac\u03b3\u03bd\u03c9\u03c3\u03b7 <span class=\"screen-reader-text\">\u039f \u039d\u03af\u03ba\u03bf\u03c2 \u039a\u03b1\u03b6\u03b1\u03bd\u03c4\u03b6\u03ac\u03ba\u03b7\u03c2 \u03c3\u03c4\u03bf\u03bd \u03ba\u03c1\u03b7\u03c4\u03b9\u03ba\u03cc \u039b\u03ad\u03bd\u03c4\u03b1<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1375,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,47,50,51],"tags":[919,921,922,918,23,59,243,251,923,917,916,924,573,926,925,258,274,579],"class_list":["post-1394","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-genikou-endiaferontos","category-dimosiografia","category-logotechnia","category-taxidi","tag-eleni-kazantzaki","tag-eleni-kazantzaki-el","tag-galatia-kazantzaki-el","tag-galatia-kazantzaki","tag-griechenland","tag-griechenland-el","tag-kreta","tag-kreta-el","tag-leda-el","tag-leda","tag-lentas","tag-lentas-el","tag-nikos-kazantzakis","tag-926","tag-925","tag-258","tag-274","tag-579"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1394","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1394"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1394\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1375"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1394"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1394"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1394"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}