{"id":1829,"date":"2017-04-30T11:20:50","date_gmt":"2017-04-30T09:20:50","guid":{"rendered":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/?p=1829\/"},"modified":"2017-04-30T11:49:40","modified_gmt":"2017-04-30T09:49:40","slug":"mikis-theodorakis-manos-hatzidakis-nikos-papandreou","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/genikou-endiaferontos\/mikis-theodorakis-manos-hatzidakis-nikos-papandreou\/","title":{"rendered":"\u039c\u03af\u03ba\u03b7\u03c2 \u03ba\u03b1\u03b9 \u039c\u03ac\u03bd\u03bf\u03c2: \u0397 \u03b9\u03c3\u03c4\u03bf\u03c1\u03af\u03b1 \u03b4\u03cd\u03bf \u03bc\u03bf\u03c5\u03c3\u03b9\u03ba\u03bf\u03c3\u03c5\u03bd\u03b8\u03b5\u03c4\u03ce\u03bd"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u039f \u039c\u03af\u03ba\u03b7\u03c2 \u0398\u03b5\u03bf\u03b4\u03c9\u03c1\u03ac\u03ba\u03b7\u03c2 \u03ba\u03b1\u03b9 \u03bf \u039c\u03ac\u03bd\u03bf\u03c2 \u03a7\u03b1\u03c4\u03b6\u03b9\u03b4\u03ac\u03ba\u03b9\u03c2 \u03b5\u03c0\u03b7\u03c1\u03ad\u03b1\u03c3\u03b1\u03bd \u03b2\u03b1\u03b8\u03cd\u03c4\u03b1\u03c4\u03b1 \u03c4\u03b7\u03bd \u03b5\u03bb\u03bb\u03b7\u03bd\u03b9\u03ba\u03ae \u03bc\u03bf\u03c5\u03c3\u03b9\u03ba\u03ae \u03c4\u03bf\u03c5 20\u03bf\u03c5 \u03b1\u03b9\u03ce\u03bd\u03b1. \u03a4\u03bf \u03b4\u03bf\u03ba\u03af\u03bc\u03b9\u03bf \u03c4\u03bf\u03c5 \u039d\u03af\u03ba\u03bf\u03c5 \u03a0\u03b1\u03c0\u03b1\u03bd\u03b4\u03c1\u03ad\u03bf\u03c5 \u03b1\u03bd\u03b1\u03c6\u03ad\u03c1\u03b5\u03c4\u03b1\u03b9 \u03c3\u03c4\u03b7 \u03c3\u03c7\u03ad\u03c3\u03b7 \u03c4\u03c9\u03bd \u03b4\u03cd\u03bf \u03c3\u03c5\u03bd\u03b8\u03b5\u03c4\u03ce\u03bd \u03c0\u03bf\u03c5 \u03b5\u03ba\u03c0\u03c1\u03bf\u03c3\u03c9\u03c0\u03bf\u03cd\u03c3\u03b1\u03bd \u03c4\u03cc\u03c3\u03bf \u03b4\u03b9\u03b1\u03c6\u03bf\u03c1\u03b5\u03c4\u03b9\u03ba\u03ad\u03c2 \u03c0\u03c1\u03bf\u03c3\u03c9\u03c0\u03b9\u03ba\u03ad\u03c2 \u03ba\u03b1\u03b9 \u03c0\u03bf\u03bb\u03b9\u03c4\u03b9\u03ba\u03ad\u03c2 \u03b8\u03ad\u03c3\u03b5\u03b9\u03c2. \u039b\u03b1\u03bc\u03c0\u03c1\u03bf\u03af \u03c3\u03c5\u03bd\u03b8\u03ad\u03c4\u03b5\u03c2 \u03ae\u03c4\u03b1\u03bd \u03ba\u03b1\u03b9 \u03bf\u03b9 \u03b4\u03c5\u03bf. \u0397 \u039c\u03b9\u03c7\u03b1\u03ad\u03bb\u03b1 \u03a0\u03c1\u03af\u03bd\u03c4\u03c3\u03b9\u03b3\u03ba\u03b5\u03c1 \u03bc\u03b5\u03c4\u03ad\u03c6\u03c1\u03b1\u03c3\u03b5 \u03c4\u03bf \u03ba\u03b5\u03af\u03bc\u03b5\u03bd\u03bf \u03b1\u03c5\u03c4\u03cc \u03b3\u03b9\u03b1 \u03c4\u03bf \u03b1\u03c5\u03c3\u03c4\u03c1\u03b9\u03b1\u03ba\u03cc \u03c0\u03b5\u03c1\u03b9\u03bf\u03b4\u03b9\u03ba\u03cc wespennest.<\/strong><\/p>\n<p>Im Herbst 1960 brachte ein griechisches Plattenlabel die Vertonung eines Poems des als Kommunisten verrufenen Dichters Jannis Ritsos unter dem Titel <em>Epitaphios (= \u201eKarfreitagsprozession\u201c) heraus<\/em>. Innerhalb weniger Wochen war <em>Epitaphios<\/em> \u00fcberall zu h\u00f6ren, brach alle Verkaufsrekorde, \u00fcberraschte sowohl Produzenten als auch Musiker mit seinem Erfolg und machte Mikis Theodorakis \u00fcber Nacht zum Star in Griechenland. Von Kolonaki bis Kokkinia erklangen Theodorakis\u00b4 Lieder auf den Stra\u00dfen, aus Taxis, aus dem Mund von Studenten, in Musikklubs, als Tanzmusik in den Tavernen. Obwohl diese Musik anders war als alles bisher Geh\u00f6rte, wurde sie sofort als authentisch \u201egriechisch\u201c angenommen. Einerseits entfernte sie sich von der Tradition, andererseits ging sie dar\u00fcber hinaus. Theodorakis selbst dr\u00fcckte es so aus: \u201eMit <em>Epitaphios<\/em> hatte ich eine Musik geschaffen, die die Menschen bereits in ihrer Fantasie vorausimaginiert hatten.\u201c Der damals f\u00fcnfunddrei\u00dfigj\u00e4hrige Komponist, dem sp\u00e4ter die Filmmusiken zur <em>Alexis Sorbas<\/em> und <em>Z<\/em>, <em>Die Ballade von Mauthausen<\/em> und die Vertonung von Nerudas <em>Canto General<\/em> internationalen Ruhm einbringen sollten, definierte mit <em>Epitaphios<\/em> das Verh\u00e4ltnis zwischen griechischer Kultur und Musik neu.<\/p>\n<p>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=A9ZYzsJlpSs<\/p>\n<p>In Griechenland existiert nichts in einem unschuldigen, von der Politik unber\u00fchrten Zustand. Die G\u00f6tter erinnern die Griechen stets, selbst wenn es um die Erschaffung unsterblicher Werke geht, an ihre Sterblichkeit. Unter diesen Voraussetzungen sollte man folgendes Ph\u00e4nomen bewerten: Bereits drei Wochen vor dieser Ver\u00f6ffentlichung war eine weitere Aufnahme des <em>Epitaphios<\/em> auf den Markt gebracht worden. Denn Mikis hatte die Partitur mehr als zwei Jahre zuvor an Manos Hatzidakis geschickt, der \u2013 anf\u00e4nglich mit Theodorakis\u00b4 voller Zustimmung \u2013 seine eigene Interpretation der Komposition in Angriff nahm. Doch pl\u00f6tzlich mi\u00dffiel Theodorakis Manos\u00b4 Interpretation, und er ver\u00f6ffentlichte fast zeitgleich seine eigene Version. So kam es dazu, da\u00df im September 1960 zwei unterschiedliche Fassungen der radikalsten und politischsten zeitgen\u00f6ssischen Musik auf dem Markt waren \u2013 die eine von Hatzidakis mit der S\u00e4ngerin Nana Mouschouri, und die andere von Theodorakis mit der Stimme von Grigoris Bithikotsis. Diese Gleichzeitigkeit begr\u00fcndete eine Konkurrenzsituation zwischen den beiden Komponisten, die sich weiter fortsetzen sollte, da beide \u2013 in den Augen ihrer Anh\u00e4nger \u2013 unterschiedliche gesellschaftliche Visionen repr\u00e4sentierten, die Griechenland zum Teil bis heute spalten. Zum einen handelt es sich um einen zwar progressiven, doch amorphen Populismus mit sozialistischen Wurzeln, der eine nationalistische und oft verabsolutierende hellenozentrische Sichtweise repr\u00e4sentierte. Zum anderen wurde einer Sehnsucht nach den kulturellen Werten des Westens, dem Wunsch nach einer Welt jenseits der Politik und ihren Fanatismen Ausdruck verliehen. Denn von politischem Fanatismus hatte Griechenland in den sechziger Jahren genug zu sp\u00fcren bekommen.<\/p>\n<p>Diese beiden politischen Visionen unterscheiden sich inhaltlich voneinander so sehr wie die beiden Komponisten \u00e4u\u00dferlich. Mikis ist ein gro\u00dfer, eindrucksvoller Mann mit struppigem Haar und gro\u00dfer Nase. Manos hingegen war klein und \u00fcbergewichtig, mit traurigen Hundeaugen, roten B\u00e4ckchen und Doppelkinn, der ab einem gewissen Zeitpunkt seine Homosexualit\u00e4t nicht mehr versteckte. Theodorakis stellt sich in der \u00d6ffentlichkeit stets als engagierter K\u00fcnstler und politischer F\u00fchrer dar. Abbildungen in seinen B\u00fcchern zeigen ihn auf den Schultern seiner Anh\u00e4nger, auf dem Flugfeld, im Kreise bekannter ausl\u00e4ndischer Politiker. Klassisch ist die Fotoaufnahme, die ihn beim Dirigieren eines Orchesters in einem vollen Fu\u00dfballstadium zeigt. Seine dichten Locken fallen ihm in die Stirn, seine Augen sind geschlossen, er ist in Ekstase und hoch konzentriert, sein K\u00f6rper ist energiegeladen, die eine Hand dramatisch erhoben, die andere weist geradeaus: Er verk\u00f6rpert den Prototyp des heldenhaften Maestro. Im Hintergrund wogt ein Meer aus kaum erkennbaren Gesichtern, die ergriffen \u201eihrem\u201c Komponisten lauschen. Manos hingegen ist auf Fotografien in der legeren Gesellschaft von Dichtern, Theaterschriftstellern und Freunden zu sehen, er tr\u00e4gt weite Hosen und lange Khakihemden, um seinen Bauch zu kaschieren.<\/p>\n<p>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8vbvT0LhBLc<\/p>\n<p>\u00c4u\u00dfere Erscheinung und gesellschaftspolitische Substanz tragen den Keim von Wahrheit und Illusion in sich. 1960 war Mikis bereits mehrfach festgenommen und ins Gef\u00e4ngnis gesteckt worden, f\u00fcr seine politischen Aktivit\u00e4ten war er damals bekannter als f\u00fcr seine Musik. Im Alter von sechzehn Jahren hatte er die Hymne der Widerstandsk\u00e4mpfer gegen die deutsche Besatzung komponiert, Anfang der f\u00fcnfziger Jahre hatte ihn das konservative Regime auf die Insel Leros verbannt, wohin die Obristen ihn 1967 neuerlich schicken sollten. W\u00e4hrend der f\u00fcnfziger Jahre hatte er etliche Artikel \u00fcber die Notwendigkeit einer \u201eKunst f\u00fcr die Massen\u201c geschrieben. Seiner Meinung nach brauchte Griechenland eine Kunst, die aus dem Volkskampf und der griechischen Dichtung entsprang. Diese Hervorhebung der Authentizit\u00e4t und der Suche nach den griechischen Wurzeln kam anti-westlichen Stimmungen in der Linken entgegen. Seine proletarischen Ansichten sind sehr deutlich: \u201eHeute brauchen die einfachen Menschen, die Arbeiter, die Klassenk\u00e4mpfer Kunstwerke, die ihre Pers\u00f6nlichkeit zum Ausdruck bringen, also Kunstwerke von Dichtern und Klassenk\u00e4mpfern. Die geistige Basis des popul\u00e4ren Liedes bilden Dichtung \u2013 Klassenkampf \u2013 Musik!\u201c<\/p>\n<p>Theodorakis sah sich stets als Teil der Vorhut der Arbeiterklasse, als Anf\u00fchrer und nicht als Anh\u00e4nger einer Bewegung. Leider hat seine Spontaneit\u00e4t die \u201eBasis\u201c \u2013 falls man seine H\u00f6rer \u00fcber einen Kamm scheren kann \u2013 des \u00f6fteren verbittert. Denn im Verlauf der letzten drei\u00dfig Jahre wandelte sich Mikis\u00b4 Standpunkt: Fr\u00fcher ein erkl\u00e4rter Kommunist, hat er sp\u00e4ter auf die eine oder andere Art mit allen gro\u00dfen politischen Parteien zusammengearbeitet. Zwischen 1989 und 1991, bekleidete er zur allgemeinen \u00dcberraschung den Posten eines Ministers ohne Portefeuille in einer konservativen Regierung, deren Wurzeln bis zu den politischen Unterdr\u00fcckungsregimen der f\u00fcnfziger Jahre zur\u00fcckreichen, die ihn selbst damals ins Gef\u00e4ngnis gebracht hatten. Er selbst \u00e4u\u00dferte Jahre sp\u00e4ter dazu, nicht er habe sich ver\u00e4ndert, sondern die Parteien.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu war Hatzidakis nie wegen seiner politischen Neigungen verhaftet worden, nur seine Musik wurde als zu westlich und zu feminin kritisiert. 1960 war Manos Hatzidakis Griechenlands ber\u00fchmtester Komponist: Er hatte gerade den Oscar f\u00fcr die Musik zum Film <em>Sonntags nie<\/em> erhalten, in dem Melina Merkouri die Hauptrolle spielte. Trotz seiner angeblichen pro-westlichen Tendenzen hatte er in den f\u00fcnfziger Jahren fast im Alleingang dem Rebetiko, der griechischen Entsprechung des Blues, zur Anerkennung verholfen. Ebenso hatte Manos die Musik f\u00fcr dutzende griechischer Filme geschrieben und in Athen das <em>Moderne Tanztheater<\/em> mitgegr\u00fcndet. Im Gegensatz zu Mikis glaubt Manos, Lieder h\u00e4tten ihren Ursprung in Tr\u00e4umen und Gef\u00fchlen und nicht im lokalen Parteib\u00fcro.<\/p>\n<p>Nie wurden die Unterschiede zwischen den beiden Komponisten deutlicher sichtbar als am Beginn ihrer Rivalit\u00e4t, in den beiden Versionen des <em>Epitaphios<\/em>: Wo Mikis\u00b4 Komposition nach eine starken m\u00e4nnlichen Stimme verlangte, setzte Manos die damals noch unbekannte, fast opernhafte Stimme Nana Mouskouris ein. Wo Mikis eine Bouzouki forderte, brachte Manos das Orchester ins Spiel. Wo Mikis harte Kl\u00e4nge bevorzugte, agierte Manos lyrisch und klassisch. Mikis\u00b4 Version, die heutzutage die bekanntere ist, st\u00fctzte sich vor allem auf ein damals \u201everachtetes\u201c Saiteninstrument, die Busuki, und auf Bithikotsis\u00b4 kehlige Stimme.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4senz zweier Aufnahmen schien zun\u00e4chst ihrem Erfolg nichts anzuhaben, beide Platten standen an der Spitze der Charts. Bald jedoch wurden die Unterschiede in Zeitungsartikeln thematisiert, die sich mit der Definition von \u201eGr\u00e4zit\u00e4t\u201c und der \u00e4sthetischen Befindlichkeit der griechischen Musik besch\u00e4ftigten. Geh\u00f6rte Griechenland zum Orient oder zum Okzident? Brachte Manos\u00b4 lyrischer Ansatz Ritsos\u00b4 Dichtung mehr Respekt entgegen als Mikis? War Mikis\u00b4 Version griechischer? Was ist authentisch in einer Kultur, deren Wurzeln in Byzanz, unter osmanischer und fr\u00e4nkischer Fremdherrschaft liegen? Ist die Busuki das geeignete Instrument f\u00fcr Poesie? Im Dezember 1960, wenige Monate nach ihrer ersten Ver\u00f6ffentlichung, war die Stimmung derma\u00dfen angespannt, da\u00df eine Zeitung gar einen \u201ekleinen B\u00fcrgerkrieg\u201c bef\u00fcrchtete, der unter den Gruppen fanatischer Anh\u00e4nger, die sich in jedem Athener Stadtviertel gebildet hatten, ausbrechen k\u00f6nnte. Eine Studentenorganisation lud zu einer Diskussionsrunde mit den Komponisten ein und lie\u00df im Anschlu\u00df abstimmen, welche Version besser sei. Mikis Theodorakis trug den Sieg davon. Doch die Politik und nicht die Stimmen der Studenten sollte diese Frage endg\u00fcltig beantworten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1819\" src=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Linta.jpeg\" alt=\"Linta\" width=\"834\" height=\"712\" srcset=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Linta.jpeg 834w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Linta-300x256.jpeg 300w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Linta-768x656.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 834px) 100vw, 834px\" \/><\/p>\n<p>Die offen revolution\u00e4re Botschaft von Ritsos\u00b4 Dichtung und Mikis\u00b4 politische Aktivit\u00e4ten begann das Publikum zu spalten \u2013 in Mikis\u00b4 F\u00fcrsprecher und in Mikis\u00b4 Gegner. Mikis\u00b4 Version wurde zum Aufh\u00e4nger regierungskritischer Veranstaltungen fortschrittlicher Kreise. Schon bald hatte Mikis, zumindest was die Verkaufszahlen betraf, den Kampf gewonnen. \u00dcber diese Zeit bemerkte Manos Hatzidakis drei\u00dfig Jahre sp\u00e4ter: \u201eTheodorakis wollte auf das Prokrustesbett des popul\u00e4ren Liedes, und nat\u00fcrlich hatte er mit Bithikotsis\u00b4 Stimme Erfolg. Die Linke h\u00f6rten seinen <em>Epitaphios<\/em>, w\u00e4hrend das B\u00fcrgertum meine Version mit Mouschouri bevorzugte. Mikis\u00b4 Aufnahme interpretierte die Musik auf epische Weise, meine hingegen emotional. Beide Versionen erg\u00e4nzen auf ihre Art Musik und Dichtung&#8230; Die Linken h\u00e4tten ohnedies Mikis\u00b4 Aufnahme bevorzugt.\u201c<\/p>\n<p>Sobald die Linke sich mit <em>Epitaphios<\/em> zu identifizieren begann, go\u00df Theodorakis \u00d6l ins Feuer und ver\u00f6ffentlichte Artikel, in denen er den griechischen Charakter seiner Musik verteidigte, und bei jeder Gelegenheit hielt er Reden \u00fcber die Notwendigkeit einer Kunst f\u00fcr die Massen. Er machte eine Konzerttournee durch die Provinz, wo die Wunden des B\u00fcrgerkriegs noch nicht verheilt waren. Die Regierung versuchte, Mikis\u00b4 Aktivit\u00e4ten einzuschr\u00e4nken, was in einigen F\u00e4llen zu Ausschreitungen f\u00fchrte, sobald die Polizei vor Ort seine Konzerte unterbrechen wollte.<\/p>\n<p>Doch dies f\u00fchrte nur dazu, da\u00df seine Musik immer popul\u00e4rer wurde. Rasch wurden, wie so oft in unserem Land, die \u00e4sthetischen Fragen durch die Politik \u00fcberschattet. Im Gegensatz zu Mikis, der st\u00e4ndig nach Ver\u00e4nderung und Fortschritt rief, bildete Manos\u00b4 Schweigen zu politischen Fragen nicht nur f\u00fcr seine Gegner den Beweis daf\u00fcr, da\u00df er auf der Seite der Privilegierten und der gesellschaftlichen Elite stand. Ohne Mikis\u00b4 Beispiel des engagierten K\u00fcnstlers par excellence w\u00e4re Manos wohl nie der Vorwurf gemacht worden, er repr\u00e4sentiere das Establishment. So wurde die Musik zur Spielwiese der Politik: Die Fortschrittlichen h\u00f6rten nur Theodorakis und lehnten Hatzidakis ab, w\u00e4hrend die Konservativen genau das Gegenteil taten. Bis vor kurzem konnte man die politischen Pr\u00e4ferenzen eines Griechen an seiner Schallplattensammlung ablesen bzw. an seiner Reaktion \u2013 Grimassen, vors Gesicht geschlagene H\u00e4nde, begeisterter Applaus \u2013 beim H\u00f6ren eines der beiden Komponisten.<\/p>\n<p>Doch das beantwortet die Frage nicht, warum die Musik des <em>Epitaphios<\/em> einen so starken Eindruck hinterlie\u00df. Warum schlug sie die Fantasie der Griechen so sehr in ihren Bann? Die Musik allein h\u00e4tte wohl ohne Ritsos\u00b4 aufwiegelnde Verse nicht so leidenschaftlich zu den Herzen der Menschen sprechen k\u00f6nnen. Auf das Gedicht mu\u00df man besonderes Augenmerk legen, wenn man den schnellen Erfolg des <em>Epitaphios<\/em> erkl\u00e4ren m\u00f6chte. Jannis Ritsos, geehrt mit dem Lenin-Preis und befreundet mit Aragon, Hikmet und Ehrenburg, hatte sein episches Gedicht 1936 verfa\u00dft, angeregt durch ein Zeitungsfoto, auf dem eine Mutter ihren toten Sohn beklagt, der w\u00e4hrend eines Streiks in Thessaloniki get\u00f6tet worden ist. An das griechische Volkslied angelehnt, ist dieses Gedicht eing\u00e4ngig, einfach und auf Anhieb verst\u00e4ndlich. In seinen Jugendjahren, als er <em>Epitaphios<\/em> schrieb, wollte Ritsos direkt zu seinem Publikum sprechen \u2013 ein Publikum, das er der Arbeiterklasse zugeh\u00f6rig empfand und demnach f\u00fcr von Natur aus revolution\u00e4r hielt. Sp\u00e4ter sollten seine Gedichte weniger transparent, weniger didaktisch, pers\u00f6nlicher und poetisch ausdrucksvoller werden.<\/p>\n<p><em>Epitaphios<\/em> bezieht sich auf die christliche Tradition der Auferstehung und auf die symbolische Mutter-Sohn-Beziehung. Das Gedicht st\u00fctzt sich auf \u00fcberlieferte Totenklagen und folgt so dem sprachlichen Rhythmus der Volksdichtung. Ritsos schrieb sein Gedicht im jambischen Pentameter, dem Herzst\u00fcck der griechischen Verslehre, den die Dichter im Verlauf der letzten sechshundert Jahre verwendeten, bis hin zu Solomos, der Vaterfigur der neugriechischen Dichtung. Der jambische Pentameter ist im Laufe der Jahrhunderte zu einer Verk\u00f6rperung des griechischen kollektiven Unbewu\u00dften geworden und findet in allen Genres Verwendung: Heldenepik, Ballade, Liebeslyrik und Trauergesang. Aufgrund seiner L\u00e4nge, seiner nicht ganz ausgewogenen Qualit\u00e4t und seiner offenkundig agitatorischen Botschaft fanden Ausschnitte aus <em>Epitaphios<\/em> selten Eingang in Anthologien, obwohl das Gedicht in seinen st\u00e4rksten Momenten die Zw\u00e4nge des sozialistischen Realismus abwirft und jede banale Propaganda hinter sich l\u00e4\u00dft. Ritsos war ein zu begabter Dichter, um lange einer strengen Didaktik zu fr\u00f6nen. Im Gedicht trauert zwar eine Mutter um ihren toten Sohn, doch die Verzweiflung macht bald Zuversicht Platz, als sie sich entschlie\u00dft, den Kampf ihres Sohnes fortzusetzen. Dies war eine Zuversicht, nach der sich die Griechen nach jahrelanger Unterdr\u00fcckung durch konservative Regierungen sehnten.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil der Griechen war in den sechziger Jahren Theodorakis gegen\u00fcber aufgeschlossener als seinem Gegenspieler und lie\u00df sich von Ritsos\u00b4 aufr\u00fchrerischen Versen elektrisieren. Das Gedicht brachte die Forderung nach sozialen Reformen zum Ausdruck, was nur nat\u00fcrlich war nach dem blutigen B\u00fcrgerkrieg in den vierziger Jahren und nach zehn Jahren einer \u201egriechischen MacCarthy-\u00c4ra\u201c, mit harter Unterdr\u00fcckung, Verbannung und politischen Morden. Die Landbev\u00f6lkerung war gerade in die Athener Arbeiterviertel gezogen und begann, politisch aggressiver zu werden, w\u00e4hrend die Studenten an den Universit\u00e4ten ihrer wachsenden Entt\u00e4uschung durch das konservative Regime Luft machten. Doch die Musik war es, die das Gedicht befeuerte \u2013 die abgehackten, eing\u00e4ngigen Melodien von Mikis Theodorakis\u00b4 Komposition, der vertraute Rhythmus, die metallische Stimme des unsterblichen Bithikotsis und die Virtuosit\u00e4t eines der gr\u00f6\u00dften Busukisolisten Griechenlands.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1815\" src=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/EPITAFIOS-KATA-STAVRO-XARHAKO-cover.jpeg\" alt=\"EPITAFIOS-KATA-STAVRO-XARHAKO-cover\" width=\"800\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/EPITAFIOS-KATA-STAVRO-XARHAKO-cover.jpeg 800w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/EPITAFIOS-KATA-STAVRO-XARHAKO-cover-150x150.jpeg 150w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/EPITAFIOS-KATA-STAVRO-XARHAKO-cover-300x300.jpeg 300w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/EPITAFIOS-KATA-STAVRO-XARHAKO-cover-768x768.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/>Theodorakis hatte einen nicht mehr ganz jungen Virtuosen ausgew\u00e4hlt, Manolis Hiotis, der von vielen als gr\u00f6\u00dfter Busukispieler des zwanzigsten Jahrhunderts angesehen wird. Hiotis stand deutlich unter dem Einflu\u00df der <em>Rebetes<\/em>, die sich nie in die Politik einmischten und nie Musikstars wurden, da sie in \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen am Rand der Gesellschaft lebten und ihre Lieder in der Nachtwelt der Haschischraucher und Kleinbetr\u00fcger sangen. Hiotis geh\u00f6rte zu einer anderen Kategorie, zu den <em>Archontorebetes<\/em>, die gehobene und veredelte Rebetiko-Lieder spielten. Nun sollte in <em>Epitaphios<\/em> zum ersten Mal jemand aus dem Umfeld des Rebetiko ein machtvolles Gedicht mit revolution\u00e4rem Inhalt begleiten. Es gelang Theodorakis, die alte, sterbende Welt des Rebetiko mit der neuen Welt der Politik zu verkn\u00fcpfen, so da\u00df die apolitischen <em>Rebetes<\/em> zum ersten Mal eine eigene Stimme bekamen. Die Stimme, die in der Aufnahme zu h\u00f6ren ist, stammt von Bithikotsis, einem S\u00e4nger, den Theodorakis in der Verbannung kennen gelernt hatte. Seine Stimme war kr\u00e4ftig und m\u00e4nnlich, sie erinnerte an die Arbeiter aus dem Jahr 1936 und an die lange Liste der nachfolgenden Opfer, an die Toten des B\u00fcrgerkriegs und an die politischen Verbannten. Theodorakis, stets bewu\u00dft politisch und stets auf der Seite des Proletariats, meinte zu seiner Auswahl von Bithikotsis, er verf\u00fcge \u00fcber die Stimme des Mannes von der Stra\u00dfe, die Stimme des Bauarbeiters, des Taxifahrers, \u00fcber die Stimme, die singe, weil sie das Singen liebe.<\/p>\n<p>Theodorakis hatte trotz seiner politischen Positionierung den k\u00fcnstlerischen Elan nicht verloren, der ihm erm\u00f6glichte, die Politik zu beherrschen und nicht von ihr vereinnahmt zu werden. Er f\u00fchlte, da\u00df er den inh\u00e4renten Rhythmus und die Assonanzen von Ritsos\u00b4 jambischem Pentameter respektieren mu\u00dfte. Theodorakis st\u00fctzte sich in einer Reihe von Liedern auf den traditionellen Rhythmus des Zebekiko, der von einzelnen M\u00e4nnern mit schwerf\u00e4lligen Bewegungen auf der Tanzfl\u00e4che getanzt wird. Der Zebekiko verbindet Worte, Musik und Bewegung zu einer gro\u00dfartigen Einheit.<\/p>\n<p>Mikis Theodorakis wurde dabei bewu\u00dft, da\u00df der Neun-Achtel-Takt des Zebekiko aus dem jambischen Pentameter, also dem F\u00fcnfzehnsilber, erwachsen war. Deshalb war er ganz von selbst auf jenen Rhythmus gesto\u00dfen, den auch die <em>Rebetes<\/em> spielten. Die Rebetikomusik, zu der der Zebekiko geh\u00f6rt, wird des \u00f6fteren als orientalisch angesehen, da sie durch arabische, slawische, armenische und t\u00fcrkische Musik beeinflu\u00dft wurde und auf dem Klang der Busuki basiert. Die Singstimme ist im Rebetiko stets heiser, tief und dekadent und zieht die Noten im traurigen Tremolo in die L\u00e4nge. Wie im Rebetiko setzt auch eine ganze Anzahl der acht Lieder des <em>Epitaphios<\/em> mit einer Busuki-Improvisation ein, vorwiegend in Molltonlage als Widerhall eines Gef\u00fchls von Melancholie und Verlust. Doch anstelle des fatalistischen Determinismus des Rebetiko klingt Theodorakis\u00b4 Busuki hoffnungsvoll und zuversichtlich.<\/p>\n<p>Die acht Lieder fu\u00dfen auf der Musik, mit der sich Mikis Ende der f\u00fcnfziger Jahre in Paris besch\u00e4ftigt hatte: auf den Totenklagen aus der Mani und aus Kreta, den Balladen aus Zakynthos, auf der Musik der \u00e4g\u00e4ischen Inselwelt und den byzantinischen Kirchenpsalmen. Auf diese Art und Weise erforschte er das \u201ekollektive Unbewu\u00dfte\u201c der Griechen. All diese Elemente verbanden und verwandelten sich zu einer radikal neuen Form, welche die griechische Tradition sowohl respektierte als auch transzendierte.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise w\u00e4re ohne Manos eine solche Komposition f\u00fcr Mikis gar nicht vorstellbar gewesen. Denn, wie Melina Merkouri schreibt: \u201eManos hat uns dazu gebracht, Busuki zu h\u00f6ren.\u201c Und in der Tat war Manos in den f\u00fcnfziger Jahren derjenige gewesen, der die Aufmerksamkeit des Publikums auf die traditionelle popul\u00e4re Musik gelenkt hatte. Im Alleingang hauchte er dem damals im Sterben liegenden Rebetiko Leben ein, und genau diese Musik h\u00f6rte auch Mikis in seinen fr\u00fchen Drei\u00dfigern.<\/p>\n<p>Bis zum Ende der vierziger Jahre hatte es das Establishment geschafft, das Rebetiko und die <em>Rebetes<\/em> aus der \u201eguten Gesellschaft\u201c zu verbannen. Die Rebetikolieder hatten subversiven Inhalt, da sie von Armut und Unterdr\u00fcckung einer Klasse durch die \u201eUngerechtigkeit\u201c der Gesellschaft sangen. Diese Musik hatte noch nicht den offen politischen Charakter, den Theodorakis in den sechziger Jahren beisteuern sollte. Gerade weil die Busuki von Nachtschw\u00e4rmern vor einem marginalisierten Publikum gespielt wurde, verk\u00f6rperte dieses Instrument f\u00fcr viele die Welt der Illegalit\u00e4t. Die Rebetikomusik zog eine Trennlinie zwischen den Leuten mit gro\u00dfen Namen und Reichtum und der anonymen und unterdr\u00fcckten Masse. Wenn jemand Ende der vierziger Jahre eine Busuki bei sich trug, wurde er von der Polizei angehalten. Doch die Arbeiterklasse hatte bereits begonnen, die Busuki ins Herz zu schlie\u00dfen, und k\u00fcmmerte sich weder um die Ermahnungen der politischen Rechten, deren f\u00fchrende K\u00f6pfe solche Orte tunlichst mieden, noch um die Warnungen der griechischen Kommunisten, die ihren Mitgliedern das H\u00f6ren von und das Tanzen zu Rebetikomusik innerhalb und au\u00dferhalb des Gef\u00e4ngnisses verboten hatte. Der Kommunist sollte einen moralischen Lebenswandel f\u00fchren, einem christlichen Proselyten gleich, nicht fluchen und nicht singen \u2013 vor allem keine Rebetika. Damit unterwarf er sich demselben Kulturbegriff, durch den auch andere kommunistische Parteien die wenigen Freuden ihrer getreuen Gefolgsleute zerst\u00f6rt haben.<\/p>\n<p>Anfang 1949 hielt Manos Hatzidakis in Athen einen Vortrag \u00fcber griechische Musik. Die ganze Elite der Athener Gesellschaft war zugegen, da Hatzidakis durch seine Vertonung von Lorcas <em>Bluthochzeit<\/em> und durch die Musik zu St\u00fccken und Filmen von Tennessee Williams und Bernard Shaw einem gro\u00dfen Publikum bekannt war. Manos hatte zu diesem Vortrag auch die beiden wichtigsten <em>Rebetes<\/em>, Vamvakaris und Tsitsanis, eingeladen. \u201eDiese beiden M\u00e4nner hier vorne,\u201c er\u00f6ffnete Manos der Athener guten Gesellschaft, \u201esind Bach und Beethoven Griechenlands.\u201c Das Establishment war von der Anwesenheit der ber\u00fchmten Musiker des Rotlichtmilieus einerseits schockiert, andererseits angetan.<\/p>\n<p>Mit diesem Handstreich zwang Manos das Establishment, seinen Bastard anzuerkennen. Doch er legitimierte nicht nur die Ausgesto\u00dfenen der Gesellschaft und der Musik, sondern trug zum Wiederaufleben des Rebetiko bei, indem er selbst hervorragende Rebetikomusik schuf. Die Importware \u2013 Mambo, Bossanova und italienische Schlager \u2013 war bald von der Bildfl\u00e4che verschwunden. Die Griechen h\u00f6rten und sch\u00e4tzten endlich ihre eigene Musik, selbst wenn \u2013 mit Ausnahme von Manos\u00b4 Werken \u2013 noch keine \u201eneue\u201c Musik daraus entstanden war.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1826\" src=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/ritsos.jpeg\" alt=\"ritsos\" width=\"599\" height=\"601\" srcset=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/ritsos.jpeg 599w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/ritsos-150x150.jpeg 150w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/ritsos-300x300.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 599px) 100vw, 599px\" \/><\/p>\n<p>So erfuhren Mitte der f\u00fcnfziger Jahre, als das Land wohlhabender wurde, Busuki und Rebetiko eine Aufwertung. Sie stiegen aus den Haschischh\u00f6hlen der Arbeiterbezirke auf in Klubs wie das <em>Copacabana<\/em> am Syntagma-Platz, wohin in gro\u00dfem Stil Touristen gekarrt wurden \u2013 nach einer Tour auf die Akropolis, Suflaki in der Altstadt und einem Schluck Retsina in einer Taverne. Das Zerschmettern von Tellern und Gl\u00e4sern und akrobatische Tanzeinlagen wurden Teil des gebuchten Pakets. Bald tauchte die erste elektronische Busuki auf, der Klang wurde lauter und kommerzieller. Die Musik des Rebetiko, die vielen als die authentische Stimme eines verwundeten, gegen das osmanische Joch k\u00e4mpfenden Griechenland galt, und die in den vierziger Jahren all jenen eine k\u00fcnstlerische Ausdrucksm\u00f6glichkeit verschaffte, die am Rand der Legalit\u00e4t lebten, diente nun der Unterhaltung der Neureichen und der Touristen. Die \u201egute Gesellschaft\u201c, die diese Musik einst verachtet hatte, klatschte und tanzte nun zu ihrem Rhythmus. Ende der f\u00fcnfziger Jahre erreichte die Rebetiko-Manie ihren H\u00f6hepunkt. Jeder M\u00f6chtegern-Komponist versuchte sich an Rebetikoliedern, jeder S\u00e4nger wollte welche singen und jeder Tourist ging mit schmerzendem Sch\u00e4del ins Bett \u2013 von den Kl\u00e4ngen der elektronischen Busuki und von reichlich Ouzo voll gedr\u00f6hnt. Die Aussicht auf das schnelle Geld hatte das Rebetiko pervertiert. Wahrscheinlich erkl\u00e4rte deswegen Manos kaum zehn Jahre sp\u00e4ter, das Genre sei ihm mittlerweile gleichg\u00fcltig: \u201eSeit das Rebetiko so schrecklich legitim geworden ist, weise ich jede Beziehung weit von mir.\u201c Der enorme Erfolg des Rebetiko am Ende der f\u00fcnfziger Jahre leitete zugleich seinen Niedergang ein.<\/p>\n<p>Der Tod des Rebetiko l\u00e4utete auch das Ende einer ganzen \u00c4ra ein. Die Armut und die Notwendigkeit einer Flucht aus einer betr\u00fcblichen Gegenwart, die das Rebetiko und sein urspr\u00fcngliches Publikum verk\u00f6rperten, waren durch den wachsenden Wohlstand nach und nach verschwunden. Doch f\u00fcr Mikis war das Problem weniger der Tod des Rebetiko als die Tatsache, da\u00df diesem Niedergang keine Erneuerung folgte. Kein Komponist schien in der Lage, Manos\u00b4 Ansatz weiterzuf\u00fchren. Wenige Monate vor dem Erscheinen von Manos\u00b4 Version des <em>Epitaphios<\/em> erkl\u00e4rte Theodorakis, die griechische Musik sei am Nullpunkt angelangt und nunmehr bereit f\u00fcr etwas Anderes und etwas Neues. Und dieses Neue war das Werk <em>Epitaphios<\/em>, das den toten Punkt \u00fcberwand und den Griechen klarmachte, da\u00df sie Griechen bleiben konnten, aber \u00fcber die Tradition hinausgehen mu\u00dften, um etwas Neues zu schaffen.<\/p>\n<p>Nicht nur Mikis hatte den kulturellen Tiefpunkt in den f\u00fcnfziger Jahren erkannt. Auch Manos hatte durchschaut, da\u00df die Idealisierung der griechischen klassischen Vergangenheit und die unreflektierte Akzeptanz der modernen Tradition eine gef\u00e4hrliche Illusion war, die keinen Unterschied mehr zwischen \u201eguter\u201cund \u201eschlechter\u201c Kunst machte. \u201eSchlechte\u201c Kunst war es, Griechen als Evzonen oder Matrosen zu verkleiden und auf dem Syntagma-Platz zur Erbauung der Touristen paradieren zu lassen. Manos meinte, er halte nichts von einer Mentalit\u00e4t, die jede Gewohnheit des Vaters oder Gro\u00dfvaters heilige und konserviere, die jede \u201eMacke\u201c der Neugriechen in den Himmel lobe. Er hatte genug vom Kitsch der neugriechischen Kultur, den er, ohne es zu wollen, durch das Revival des Rebetiko selbst mitgepr\u00e4gt hatte. Manos war an seiner \u201eGr\u00e4zit\u00e4t\u201c, an seinen eigenen Wurzeln nur insofern interessiert, wenn sie etwas unnachahmlich Eigenes und nat\u00fcrlich Gewachsenes ausdr\u00fcckten. Nie w\u00e4re es ihm in den Sinn gekommen, sie zu analysieren und anderen als Vorbild hinzustellen.<\/p>\n<p>Manos\u00b4 Musik ist nicht nur melodischer und lyrischer, sondern ihr Zugang zur Rolle der Dichtung in der Musik ist ein vollkommen anderer. Bei Mikis hat man den Eindruck, die Musik diene den Worten und erweitere ihre Bedeutung, sie strahle wie eine riesige Neonreklame \u00fcber der Akropolis. Bei Manos dienen die Worte der Melodie. Er sieht Musik in den Worten, w\u00e4hrend Mikis Worte in der Musik sieht. Manos hat die griechische Musik wiederbelebt, Mikis hat sie erneuert und erweitert.<\/p>\n<p>Im Endeffekt hatte der Erfolg der beiden Komponisten vorwiegend mit der Homogenit\u00e4t der griechischen Kultur zu tun. Beide Musiker konnten von einem Standpunkt \u201einnerhalb\u201c der griechischen Kultur komponieren, da sie die griechische Volksmusik und die Kirchenhymnen kannten. Gleichzeitig konnten sie sich jedoch auch von der einheimischen Musiktradition distanzieren, da sie \u00fcber eine klassische musikalische Bildung verf\u00fcgten. Der Blues, oft verglichen mit dem Rebetiko, entstand am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts aus der Kultur einer vierhundert Jahre lang durch Sklaverei und Rassismus unterdr\u00fcckten Volksgruppe. Es gibt eine heftige Diskussion darum, ob Blues nur von Komponisten geschrieben werden kann, welche die schwarze Kultur von \u201einnen\u201c kennen, oder ob sich auch Wei\u00dfe in dieser Musik ausdr\u00fccken k\u00f6nnen, obwohl sie die Geschichte der Schwarzen nicht am eigenen Leib miterlebt haben. Mikis und Manos haben in Griechenland das Rebetiko \u00fcbernommen und seine Musik bewu\u00dft analysiert, in der Folge haben sie es imitiert und erweitert, ohne selbst das Leben von <em>Rebetes<\/em> gef\u00fchrt zu haben. Das erlaubte Manos Hatzidakis, jemanden wie Tsitsanis zu kopieren, der zwar Musik \u201ekomponierte\u201c, aber selbst keine Noten lesen konnte, und dieselbe Tatsache erlaubte Theodorakis, am Anfang seiner Karriere anzuk\u00fcndigen, er wolle Musik f\u00fcr das Volk schreiben, und sich dann in Paris eines Abends an seinen Schreibtisch zu setzen und es tats\u00e4chlich zu tun.<\/p>\n<p>Theodorakis gilt im allgemeinen als <em>der<\/em> Erneuerer der griechischen Musik, doch Hatzidakis hatte als erster ihr Potential erkannt, obwohl er es sich nicht unterwerfen konnte oder wollte. Hatzidakis fl\u00f6\u00dfte dem Rebetiko eine reservierte Melancholie ein, und unter seinen H\u00e4nden wurde es Musik f\u00fcr weinselige Abende und Tanz. Melina Merkouri schrieb in ihrem Buch <em>Als Griechin geboren<\/em>: \u201eMikis rei\u00dft mich mit, Manos verf\u00fchrt mich.\u201c<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"\u0395\u03a0\u0399\u03a4\u0391\u03a6\u0399\u039f\u03a3 \u0392&#039; \u039c\u03ad\u03c1\u03bf\u03c2 - \u0398\u0395\u039f\u0394\u03a9\u03a1\u0391\u039a\u0397\u03a3 - \u03a1\u0399\u03a4\u03a3\u039f\u03a3 - \u039c\u0391\u0399\u03a1\u0397 \u039b\u0399\u039d\u03a4\u0391\" width=\"660\" height=\"495\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/rf_TkFAJNGk?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Die Geschichte des <em>Epitaphios <\/em>fand noch eine kleine Fortsetzung. Alle Beteiligten konnten es scheinbar nicht bei einer Version belassen, zun\u00e4chst schon der Dichter selbst nicht. Ritsos schrieb 1948, zw\u00f6lf Jahren nach der Erstver\u00f6ffentlichung, eine Neufassung, die klang, als wolle er den toten Arbeiter als Individuum und weniger als Politikum betrauern, als sei die erste Fassung ihrem Thema nicht gerecht geworden. 1953 verurteilte er dann in seinem Gedicht <em>Good bye, Wladimir Majakowski <\/em>die engagierte Dichtung. Darin sagt er, Majakowski habe seine pers\u00f6nliche Stimme erstickt, indem er didaktische und vordergr\u00fcndig politische Gedichte schrieb. Produktiv wie stets und unzufrieden mit Manos\u00b4 wie auch seiner eigenen Arbeit, nahm auch Mikis <em>Epitaphios<\/em> ein drittes Mal auf. Doch die Fassung mit der S\u00e4ngerin Mary Linda wurde kein gro\u00dfer Erfolg. Mikis \u2013 Typ der Massen, \u00fcberschwenglich und uners\u00e4ttlich \u2013 erkl\u00e4rte einmal, wenn er sich wirklich \u201egr\u00fcndlich\u201c mit <em>Epitaphios<\/em> besch\u00e4ftigt h\u00e4tte, dann h\u00e4tte er dutzende Fassungen niederschreiben m\u00fcssen \u2013 immer auf der Suche nach der idealen Version, und zwar mit immer neuen und trotzdem authentischen Nuancen, ohne am popul\u00e4ren Lied Verrat zu \u00fcben. Hatzidakis wiederum konnte seine geplante Neuaufnahme des <em>Epitaphios<\/em> selbst nicht mehr verwirklichen. Im Jahr 2004 brachte Xarchakos, mit Mikis\u00b4 Segen, dann noch Manos\u00b4 Neufassung mit der herausragenden Stimme von Maria Soultatou heraus.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"\u0395\u03a0\u0399\u03a4\u0391\u03a6\u0399\u039f\u03a3 \u03ba\u03b1\u03c4\u03ac \u03a3\u03c4\u03b1\u03cd\u03c1\u03bf \u039e\u03b1\u03c1\u03c7\u03ac\u03ba\u03bf ~ \u03a0\u039f\u03a5 \u03a0\u0395\u03a4\u0391\u039e\u0395 \u03a4&#039; \u0391\u0393\u039f\u03a1\u0399 \u039c\u039f\u03a5\" width=\"660\" height=\"371\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/IXyQW6YFXYI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Mikis und Manos haben die griechische Musikszene lange beherrscht, jeder Grieche ist von ihren Kompositionen gepr\u00e4gt worden. Und jeder wei\u00df, da\u00df diese Musik weder durch Disko noch durch Rap oder eine andere Musikrichtung ersetzt werden kann. Jeder wei\u00df, da\u00df die Musik dieser beiden Komponisten, wie alle griechische Musik, aus dem Herzen der griechischen Kultur stammt. Die neue Generation von Komponisten kann \u2013 neben dem Neun-Achtel-Takt, den Kirchenhymnen und der byzantinischen Musik, neben den Kl\u00e4ngen der griechischen Inseln und der Totenklagen \u2013 auf ein weiteres Reservoir f\u00fcr ihre Inspiration zur\u00fcckgreifen, da Mikis und Manos die griechische Kultur mit ihrer Musik bereichert haben. <em>Epitaphios<\/em> spiegelt die unerf\u00fcllten Visionen und Tr\u00e4ume der sechziger Jahre wider und verk\u00f6rpert den dornigen politischen Weg des modernen Griechenland.<\/p>\n<p><strong>Aus dem Griechischen und Englischen von Michaela Prinzinger<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nikos Papandreou<\/strong>, geb. 1956 in San Francisco\/Kal., Studium der Wirtschaftswissenschaften in Yale und Princeton, Kunststudium an der Universit\u00e4t Vermont (Master of Fine Arts). Lebt als Autor und Publizist in Athen. Zahlreiche Essays und Erz\u00e4hlungen in internationalen Zeitschriften, mehrere Romane und Erz\u00e4hlungsb\u00e4nde, die meist parallel in den USA und Griechenland erscheinen. Michaela Prinzinger hat aus dem urspr\u00fcnglich im <em>Journal of the Hellenic Diaspora<\/em> in englischer Sprache erschienenen Essay und einer im Vorjahr ver\u00f6ffentlichten, erweiterten und aktualisierten griechischen Fassung die vom Autor autorisierte Textversion f\u00fcr <em>wespennest<\/em> erstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u039f \u039c\u03af\u03ba\u03b7\u03c2 \u0398\u03b5\u03bf\u03b4\u03c9\u03c1\u03ac\u03ba\u03b7\u03c2 \u03ba\u03b1\u03b9 \u03bf \u039c\u03ac\u03bd\u03bf\u03c2 \u03a7\u03b1\u03c4\u03b6\u03b9\u03b4\u03ac\u03ba\u03b9\u03c2 \u03b5\u03c0\u03b7\u03c1\u03ad\u03b1\u03c3\u03b1\u03bd \u03b2\u03b1\u03b8\u03cd\u03c4\u03b1\u03c4\u03b1 \u03c4\u03b7\u03bd \u03b5\u03bb\u03bb\u03b7\u03bd\u03b9\u03ba\u03ae \u03bc\u03bf\u03c5\u03c3\u03b9\u03ba\u03ae \u03c4\u03bf\u03c5 20\u03bf\u03c5 \u03b1\u03b9\u03ce\u03bd\u03b1. \u03a4\u03bf \u03b4\u03bf\u03ba\u03af\u03bc\u03b9\u03bf \u03c4\u03bf\u03c5 \u039d\u03af\u03ba\u03bf\u03c5 \u03a0\u03b1\u03c0\u03b1\u03bd\u03b4\u03c1\u03ad\u03bf\u03c5 \u03b1\u03bd\u03b1\u03c6\u03ad\u03c1\u03b5\u03c4\u03b1\u03b9 \u03c3\u03c4\u03b7 \u03c3\u03c7\u03ad\u03c3\u03b7 \u03c4\u03c9\u03bd \u03b4\u03cd\u03bf \u03c3\u03c5\u03bd\u03b8\u03b5\u03c4\u03ce\u03bd \u03c0\u03bf\u03c5 \u03b5\u03ba\u03c0\u03c1\u03bf\u03c3\u03c9\u03c0\u03bf\u03cd\u03c3\u03b1\u03bd \u03c4\u03cc\u03c3\u03bf \u03b4\u03b9\u03b1\u03c6\u03bf\u03c1\u03b5\u03c4\u03b9\u03ba\u03ad\u03c2 \u03c0\u03c1\u03bf\u03c3\u03c9\u03c0\u03b9\u03ba\u03ad\u03c2 \u03ba\u03b1\u03b9 \u03c0\u03bf\u03bb\u03b9\u03c4\u03b9\u03ba\u03ad\u03c2 \u03b8\u03ad\u03c3\u03b5\u03b9\u03c2. \u039b\u03b1\u03bc\u03c0\u03c1\u03bf\u03af \u03c3\u03c5\u03bd\u03b8\u03ad\u03c4\u03b5\u03c2 \u03ae\u03c4\u03b1\u03bd \u03ba\u03b1\u03b9 &hellip; <a href=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/genikou-endiaferontos\/mikis-theodorakis-manos-hatzidakis-nikos-papandreou\/\" class=\"more-link\">\u03a3\u03c5\u03bd\u03b5\u03c7\u03af\u03c3\u03c4\u03b5 \u03c4\u03b7\u03bd \u03b1\u03bd\u03ac\u03b3\u03bd\u03c9\u03c3\u03b7 <span class=\"screen-reader-text\">\u039c\u03af\u03ba\u03b7\u03c2 \u03ba\u03b1\u03b9 \u039c\u03ac\u03bd\u03bf\u03c2: \u0397 \u03b9\u03c3\u03c4\u03bf\u03c1\u03af\u03b1 \u03b4\u03cd\u03bf \u03bc\u03bf\u03c5\u03c3\u03b9\u03ba\u03bf\u03c3\u03c5\u03bd\u03b8\u03b5\u03c4\u03ce\u03bd<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1820,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,50,52],"tags":[789,1164,1165,1166,1167,1168,1169,64,1170,1171,1172,1173,1174,1175,95,1187,802,1177,1183,1179,1182,1186,96,1178,118,1185,1176,1180,1181],"class_list":["post-1829","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-genikou-endiaferontos","category-logotechnia","category-metafrasi","tag-essay-el","tag-griechische-musik-el","tag-grigoris-bithikotsis-el","tag-manolis-hiotis-el","tag-manos-hatzidakis-el","tag-maria-soultatou-el","tag-mary-linta-el","tag-michaela-prinzinger-el","tag-mikis-theodorakis-el","tag-nana-mouschouri-el","tag-nikos-papandreou-el","tag-rebetiko-el","tag-rembetiko-el","tag-stavos-xarchakos-el","tag-uebersetzung-el","tag-1187","tag-802","tag-1177","tag-1183","tag-1179","tag-1182","tag-1186","tag-96","tag-1178","tag-118","tag-1185","tag-1176","tag-1180","tag-1181"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1829","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1829"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1829\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1820"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1829"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1829"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1829"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}