{"id":211,"date":"2016-05-03T20:41:40","date_gmt":"2016-05-03T18:41:40","guid":{"rendered":"https:\/\/mprinzinger.de\/el\/allgemein-el\/deutsch-griechische-befindlichkeiten-uebersetzer-als-brueckenbauer-und-kulturpolitiker\/"},"modified":"2020-01-09T17:48:47","modified_gmt":"2020-01-09T16:48:47","slug":"metafrastes-os-gefyropoioi-kai-politikoi-tou-politismou","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/genikou-endiaferontos\/metafrastes-os-gefyropoioi-kai-politikoi-tou-politismou\/","title":{"rendered":"\u03a3\u03c5\u03b3\u03b3\u03c1\u03b1\u03c6\u03b5\u03af\u03c2 \u03ba\u03b1\u03b9 \u03bc\u03b5\u03c4\u03b1\u03c6\u03c1\u03b1\u03c3\u03c4\u03ad\u03c2 \u03c9\u03c2 \u03b3\u03b5\u03c6\u03c5\u03c1\u03bf\u03c0\u03bf\u03b9\u03bf\u03af \u03ba\u03b1\u03b9 \u03c0\u03bf\u03bb\u03b9\u03c4\u03b9\u03ba\u03bf\u03af \u03c4\u03bf\u03c5 \u03c0\u03bf\u03bb\u03b9\u03c4\u03b9\u03c3\u03bc\u03bf\u03cd"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u0394\u03b9\u03ac\u03bb\u03b5\u03be\u03b7 \u03c4\u03b7\u03c2 \u039c\u03b9\u03c7\u03b1\u03ad\u03bb\u03b1 \u03a0\u03c1\u03af\u03bd\u03c4\u03c3\u03b9\u03b3\u03ba\u03b5\u03c1 \u03c3\u03b5 \u03b7\u03bc\u03b5\u03c1\u03af\u03b4\u03b1 \u03b3\u03b9\u03b1 \u03c4\u03bf\u03bd \u03a0\u03ad\u03c4\u03c1\u03bf \u039c\u03ac\u03c1\u03ba\u03b1\u03c1\u03b7 \u03c3\u03c4\u03b9\u03c2 23 \u0391\u03c0\u03c1\u03b9\u03bb\u03af\u03bf\u03c5 2016 \u03c3\u03c4\u03bf \u0395\u03bb\u03b5\u03cd\u03b8\u03b5\u03c1\u03bf \u03a0\u03b1\u03bd\u03b5\u03c0\u03b9\u03c3\u03c4\u03ae\u03bc\u03b9\u03bf \u0392\u03b5\u03c1\u03bf\u03bb\u03af\u03bd\u03bf\u03c5 (\u03c3\u03c4\u03b1 \u03b3\u03b5\u03c1\u03bc\u03b1\u03bd\u03b9\u03ba\u03ac) \u03c3\u03b5 \u03bc\u03bf\u03c1\u03c6\u03ae \u03ba\u03b5\u03b9\u03bc\u03ad\u03bd\u03bf\u03c5 \u03ba\u03b1\u03b9 \u03c3\u03b5 \u03b2\u03b9\u03bd\u03c4\u03b5\u03bf\u03c3\u03ba\u03cc\u03c0\u03b7\u03c3\u03b7. \u0398\u03b1 \u03b4\u03b7\u03bc\u03bf\u03c3\u03b9\u03b5\u03c5\u03c4\u03b5\u03af \u03c3\u03b5 \u03c4\u03b9\u03bc\u03b7\u03c4\u03b9\u03ba\u03cc \u03c4\u03cc\u03bc\u03bf \u03c4\u03c9\u03bd \u03b5\u03ba\u03b4\u03cc\u03c3\u03b5\u03c9\u03bd \u03a1\u03c9\u03bc\u03b9\u03bf\u03c3\u03cd\u03bd\u03b7 \u03b3\u03b9\u03b1 \u03c4\u03bf\u03bd \u03c3\u03c5\u03b3\u03b3\u03c1\u03b1\u03c6\u03ad\u03b1.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>1995 erschien Petros Markaris\u201d erster Roman in Griechenland, und es muss im Jahr 1999 gewesen sein, als ich zum ersten Mal einen Text des Autors las. Vom Schweizer Diogenes Verlag waren mir n\u00e4mlich die ersten beiden Kapitel aus seinem Buch \u201eNychterino Deltio\u201c \u2013 w\u00f6rtlich: \u201eAbendschau\u201c \u2013 zugeschickt worden.<\/p>\n<p>Wenn ich daran zur\u00fcckdenke, wird mir bewusst, wie sehr sich Schreiben und \u00dcbersetzen seit den 90er-Jahren ver\u00e4ndert haben. Noch in der Schulzeit lernte ich auf einer alten Remington das Zehn-Finger-System der Schreibmaschinenschrift, bevor die ersten elektronischen Schreibmaschinen, die schon einen kleinen Speicher hatten, das m\u00fchsame Schreiben und Verbessern mit Tipp-Ex revolutionierten. Nach dem ersten Commodore besa\u00df ich Anfang der 90er-Jahre den ersten Apple, der einen Bildschirm wie ein Mauseloch hatte. Apple musste man damals haben, weil das Mac-Betriebssystem damals verschiedene Sprachsysteme \u2013 wie Deutsch und Griechisch \u2013 am besten managen konnte.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"M. Prinzinger: D-Gr Befindlichkeiten. Schriftsteller &amp; \u00dcbersetzer als Br\u00fcckenbauer &amp; Kulturpolitiker\" width=\"660\" height=\"371\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/yuA40zs0Q3c?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Meine ersten \u00dcbersetzungen wurden selbst Ende der 90er-Jahre noch als ausgedruckte Manuskripte verschickt, dann folgte die Revolution der Disketten, dann die des E-Mail-Versands. Das waren umw\u00e4lzende Neuerungen, gleichwertig mit der Erfindung des Buchdrucks. Dadurch sind unser Schreiben und unser \u00dcbersetzen unter Zeitdruck geraten. Alles muss aktueller, schneller, perfekter sein als fr\u00fcher. Dabei ist das \u00dcbersetzen eine anachronistische <em>techne<\/em>, das hei\u00dft Handwerk und Kunst in einem. Nur das Produktionsumfeld von Schreiben, \u00dcbersetzen oder (Selbst-)Lektorieren ist beeinflussbar. Der mentale, psycholinguistische Akt hingegen, der diesen T\u00e4tigkeiten zugrunde liegt, kann durch die moderne Technik nicht beschleunigt werden.<\/p>\n<p>Meine Zusammenarbeit mit Petros Markaris wurde durch die Digitalisierung des Schreibens und \u00dcbersetzens gepr\u00e4gt. Bei Erscheinen der ersten B\u00fccher wohnte Petros Markaris noch am Athener Ares-Park mit einem wunderbaren Blick auf die Gr\u00fcnanlage. Es gab noch pers\u00f6nliche Treffen zur Besprechung der offenen Fragen. Sp\u00e4ter entwickelte sich unser Kontakt immer mehr zu einem digitalisierten geistigen Austausch, wobei meine Fragen und Erg\u00e4nzungen direkt als Kommentar in den Text eingef\u00fcgt werden, die der Autor dann kommentiert, akzeptiert oder l\u00f6scht.<\/p>\n<p>In \u201eExistenzielle Et\u00fcden\u201c aus dem autobiografischen Essayband \u201eWiederholungst\u00e4ter\u201c erz\u00e4hlt Petros Markaris, das \u00dcbersetzen habe ihn sein Leben lang begleitet, die \u00dcbersetzung sei \u2013 im Gegensatz zu Theater und Drehbuch \u2013 seine lebenslange Weggef\u00e4hrtin, mit der er in einer engen, fast ehe\u00e4hnlichen Beziehung lebe. Petros Markaris hat allerdings Theaterst\u00fccke \u00fcbersetzt und keine Prosa. Theaterst\u00fccke \u00fcbersetzt man, vermute ich, nicht monatelang, Prosa hingegen schon. Die \u00dcbersetzung begleitet mich \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum, wird Teil meines Alltags und St\u00fcck meines Lebens. \u00dcbersetzer und Autor stehen in einem seltsamen Verh\u00e4ltnis zueinander. Markaris liest bei Lesungen im deutschsprachigen Raum aus meinem deutschen Text, der gewiss noch seiner ist, ihm jedoch nicht mehr allein geh\u00f6rt. Also geht es um Verantwortung \u2013 und um Vertrauen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_96\" aria-describedby=\"caption-attachment-96\" style=\"width: 3968px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-96\" src=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Markaris-Tagung-FU-23.6.16_2.jpg\" alt=\"Markaris-Tagung FU, 23.6.16_2\" width=\"3968\" height=\"2976\" srcset=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Markaris-Tagung-FU-23.6.16_2.jpg 3968w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Markaris-Tagung-FU-23.6.16_2-300x225.jpg 300w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Markaris-Tagung-FU-23.6.16_2-768x576.jpg 768w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Markaris-Tagung-FU-23.6.16_2-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 3968px) 100vw, 3968px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-96\" class=\"wp-caption-text\">Andrea di Gregorio (\u00dcbersetzer ins Italienische), Petros Markaris, Michaela Prinzinger (\u00dcbersetzerin ins Deutsche)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Durch die monatelange Besch\u00e4ftigung und die intensive Auseinandersetzung gewinnt das Verh\u00e4ltnis des \u00dcbersetzers zu \u201eseinen\u201c Autoren durchaus einen \u201eehe\u00e4hnlichen Charakter\u201c. Das permanente Sich-Einf\u00fchlen in die Gedankenwelt des anderen endet immer wieder bei der Frage von Verantwortung und Vertrauen \u2013 in meine eigenen \u00fcbersetzerischen Entscheidungen und in die gef\u00fchlvolle \u201eIntrospektion\u201c des Lektorats.<\/p>\n<p>Die deutsche \u00dcbersetzung spielt eine spezielle Rolle bei den Markaris-Romanen. Der Autor selbst nimmt an der deutschen \u00dcbersetzung gewisse Streichungen vor und das Lektorat trifft anhand der deutschen \u00dcbersetzung Entscheidungen f\u00fcr die anderssprachigen Editionen. Nirgendwo sonst spielt das Lektorat eine so gro\u00dfe Rolle wie im deutschsprachigen Raum.<\/p>\n<p>Nicht umsonst erl\u00e4utert Petros Markaris den Et\u00fcdencharakter der \u00dcbersetzung als bedeutende sprachliche \u00dcbung. Der gro\u00dfe Unterschied zwischen Schreiben und \u00dcbersetzen sei folgender: Der Schriftsteller m\u00fcsse sich nur mit einer Sprache (also mit seinem eigenen schriftstellerischen Stil) auseinandersetzen, der \u00dcbersetzer m\u00fcsse viele beherrschen (also viele verschiedene Stile vieler verschiedener Autoren, die er sich zueigen machen muss). Petros Markaris ist ein Br\u00fcckenbauer und Kulturpolitiker, wie ich das in der Folge definieren m\u00f6chte, par excellence. Das ist einerseits durch seine Biografie und andererseits durch seine T\u00e4tigkeit als Autor und \u00dcbersetzer begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren ist das Verh\u00e4ltnis zwischen dem deutsch- und dem griechischsprachigen Raum zu einem beispielhaften Paradigma f\u00fcr Kulturpolitik geworden. Hier spielt Petros Markaris eine hervorragende Rolle. Die Verleihung der Goethe-Medaille 2013 und des Bundesverdienstkreuzes 2014 sind Zeichen der Anerkennung daf\u00fcr. Markaris spricht in seiner Dankesrede zur Verleihung der Goethe Medaille von einer 65-j\u00e4hrigen Liebe und Treue zur deutschen Sprache und Literatur. Die Stadt Istanbul mit ihrer Multikulturalit\u00e4t habe ihn das kulturelle Br\u00fcckenbauen gelehrt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_98\" aria-describedby=\"caption-attachment-98\" style=\"width: 3968px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-98\" src=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Markaris-Tagung-FU-23.6.16.jpg\" alt=\"Markaris-Tagung, FU 23.6.16\" width=\"3968\" height=\"2976\" srcset=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Markaris-Tagung-FU-23.6.16.jpg 3968w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Markaris-Tagung-FU-23.6.16-300x225.jpg 300w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Markaris-Tagung-FU-23.6.16-768x576.jpg 768w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Markaris-Tagung-FU-23.6.16-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 3968px) 100vw, 3968px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-98\" class=\"wp-caption-text\">Petros Markaris, \u00a9Josefina Markarian<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ihr und ihrer Diversit\u00e4t hat er im Roman \u201eKinderfrau\u201c und in der langen Erz\u00e4hlung \u201eDrei Tage\u201c, erschienen 2016 in seinem Erz\u00e4hlband \u201eDer Tod des Odysseus\u201c, ein Denkmal gesetzt. In dieser Novelle geht es um die armenisch-j\u00fcdisch-griechischen Minderheiten im osmanischen Reich und in der sp\u00e4teren T\u00fcrkei. Die drei besagten Tage beziehen sich auf die Zeit zwischen dem 5. und 7. September 1955. Wie man von Markaris \u2013 man vergleiche seine Krisentrilogie, die auch eine Tetralogie wurde \u2013 schon gewohnt ist, folgt noch ein Epilog vom 8. September. An diesen drei Tagen kam es zu schweren Ausschreitungen gegen die griechische Bev\u00f6lkerung in Istanbul, von denen sie sich nie wieder erholt hat und die schlie\u00dflich zur Aus- bzw. R\u00fcckwanderung nach Griechenland f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Die Art und Weise, wie verschiedene Kulturen miteinander umgehen, ist ein lebendiges Zeugnis daf\u00fcr, wie Kulturmigration und Kulturtransfer funktionieren \u2013 oder auch nicht. In dem Sinne ist die griechische Sprache und Kultur in der T\u00fcrkei ein Teil der Kulturmigration. Dass Migration Stereotypen, Vorurteile und alte Denkmuster reaktiviert, ist nicht von der Hand zu weisen. Einheit wird durch Vielheit ersetzt, und das ist nicht immer leicht zu akzeptieren. Der Sozialphilosoph Mark Terkessidis hat f\u00fcr die daraus entstehende Form von Kultur den Begriff \u201eInterkultur\u201c, als eine Art \u201eZwischen-Kultur\u201c vorgeschlagen, also ein \u201eNicht-mehr\u201c und ein \u201eNoch-nicht\u201c, ein Nicht-mehr-zur-Ausgangskultur-Geh\u00f6ren und ein Noch-nicht-in-die-Zielkultur-integriert-Sein.<\/p>\n<p>Ein \u00e4hnliches Ph\u00e4nomen ist beim Transfer auf dem Gebiet der zeitgen\u00f6ssischen griechischen Kultur zu beobachten. Auf dem Gebiet der Literatur ist der deutschsprachige Raum ein Einwanderungsland, das jedoch zu einem \u00fcberwiegenden Prozentsatz von der angloamerikanischen Kultur bestimmt wird. Alle anderen Einfl\u00fcsse sind nachrangig und, wie im griechischen Fall, prozentuell vernachl\u00e4ssigbar. Politisch gesehen stellt es sich so dar: Erst 1998 hat die rot-gr\u00fcne Regierung offiziell anerkannt, das Deutschland ein Einwanderungsland ist \u2013 sofort konterkariert von der These der \u201eLeitkultur\u201c. Das hei\u00dft, es muss eine Art des Umgangs mit den \u201eMigranten\u201c gefunden werden, die man als \u201eIntegration\u201c bezeichnet. Terkessidis argumentiert in seinen B\u00fcchern \u201eInterkultur\u201c (2010) und \u201eKollaboration\u201c (2015), dieser Begriff sei negativ besetzt und beziehe sich auf Defizite der Zugewanderten. Das Verh\u00e4ltnis von \u201eEinheit\u201c und \u201eVielheit\u201c m\u00fcsse neu definiert werden: F\u00fcgt man Einwanderer in die bestehenden Strukturen ein oder muss man der Vielfalt anders gerecht werden?<\/p>\n<p>\u00c4hnlich ergeht es dem \u00dcbersetzer und der \u00dcbersetzerin, wenn sie Kulturmigranten integrieren, also Texte \u00fcbertragen, die aus einem anderen Sprach- und Kulturraum und somit auch aus einem anderen Denk- und Mentalit\u00e4tsraum stammen. Dabei treten alle Probleme auf, die man auch beim Thema Migration und Integration zu h\u00f6ren gewohnt ist. Besteht der literarische Text den \u201eEinb\u00fcrgerungstest\u201c? \u00dcbersetzerische Kulturmigration bedeutet also, ein St\u00fcck fremder Kultur durch Transfer in eine andere Sprache dauerhaft heimisch zu machen. Der fremdsprachige Text muss \u201eDeutsch\u201c lernen, um integriert zu werden. Aber inwieweit muss er \u201edeutsch werden\u201c? Oder inwieweit kann er in einem Zustand der \u201eInterkultur\u201c verweilen?<\/p>\n<figure id=\"attachment_103\" aria-describedby=\"caption-attachment-103\" style=\"width: 3872px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-103\" src=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/DSC_0130.jpg\" alt=\"Markaris-Tagung, 23.4.16, cJosefina Markarian\" width=\"3872\" height=\"2592\" srcset=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/DSC_0130.jpg 3872w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/DSC_0130-300x201.jpg 300w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/DSC_0130-768x514.jpg 768w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/DSC_0130-1024x685.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 3872px) 100vw, 3872px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-103\" class=\"wp-caption-text\">Michaela Prinzinger, \u00a9Josefina Markarian<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Entschluss, sich der deutschen Sprache zu widmen, war, wie Markaris sagt, ein Zufall und ein Irrtum. Interessanterweise war die Entscheidung des Vaters, ihn auf das \u00f6sterreichische Sankt-Georgs-Kolleg in Istanbul zu schicken, \u00f6konomisch und nicht kulturell motiviert. Dass sie auf einer Fehleinsch\u00e4tzung der deutschen Wirtschaftskraft beruhte, ist zweitrangig. Markaris ist seinem Vater f\u00fcr diesen Irrtum jedenfalls dankbar. Das wirtschaftliche Kapital motiviert normalerweise zu Entscheidungen. Doch in diesem Falle hat sich das \u00f6konomische in symbolisches Kapitel gewandelt. Die Kultur ist das symbolische Kapital, mit dem ungleiche Gesellschaften miteinander auf Augenh\u00f6he begegnen k\u00f6nnen. Nichtsdestotrotz stehen aber auch hinter jedem Kulturtransfer politisch-wirtschaftliche Interessen.<\/p>\n<p>Literatur\u00fcbersetzer ist also derjenige, der Kulturmigranten \u201eintegriert\u201c. Dabei geht es um Einwanderung, und nicht nur um einen Durchgangsverkehr. Es geht um eine dauerhafte Ansiedlung. Welche Interessen bestehen an einer dauerhaften Ansiedlung sowohl in der Politik und Wirtschaft als auch in der Literatur? Arbeitskr\u00e4fte werden gebraucht in einer \u00fcberalterten Gesellschaft mit geringer Kinderzahl. Verlage w\u00fcnschen sich \u00dcbersetzer, die wenig kosten, und gut verk\u00e4ufliche Autoren, die sich nahtlos in die jeweilige \u201eLeitkultur\u201c eingliedern lassen.<\/p>\n<p>Als ich Ende der 90er-Jahre die ersten beiden Kapitel von Markaris\u2019 Erstlingsroman f\u00fcr eine Probe\u00fcbersetzung f\u00fcr den Diogenes-Verlag zugeschickt bekam, wusste ich auf Anhieb: Das kommt beim deutschsprachigen Publikum an. Wieso war das so? Der Text war witzig und spritzig, hatte Brisanz, Ironie und Biss und hielt ein heilsame Distanz zu eigenen Kultur. Es gelingt Markaris, in Erinnerung bleibende, griffige Figuren zu schaffen und Kommissar Charitos\u201d beruflichen und famili\u00e4ren Alltag auf nachvollziehbare Weise zu beschreiben. Dazu kommt die Verquickung von Politik und Wirtschaft, die sich in Themen wie Schmier- und Bestechungsgelder, Medienpolitik, Steuerflucht, Schiebereien, Parteienfilz, Schwarzgeld und dessen Legalisierung \u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>Wie gelingt es Markaris, das Wahrnehmungsproblem, das die zeitgen\u00f6ssische griechische Kulturproduktion im Allgemeinen hat, zu \u201eumgehen\u00bb oder zu \u201eknacken\u00bb? Nat\u00fcrlich ist es der Roman, der die Verlage (und anscheinend auch die Leser) am meisten interessiert. Erz\u00e4hlungen sind schon wesentlich weniger gefragt, und Lyrik bleibt einer kleinen, unerschrockenen Sekte vorbehalten. Petros Markaris ist fraglos der bekannteste und beliebteste griechische Gegenwartsautor. Das liegt auch daran, dass sein Verlag ihn gut \u201epflegt\u201c und ihn geschickt promotet. Zudem spricht er Deutsch und ist f\u00fcr die hiesigen Medien zum begehrten Ansprechpartner und Griechenland-Erkl\u00e4rer geworden. Markaris gelingt es, durch seinen humoristischen Blick und durch seine distanzierte Haltung, die seinem kosmopolitischen biografischen Hintergrund entspringen, Griechenland dem deutschsprachigen Leser nahezubringen. Dabei spricht er wiedererkennbare, globale Themen an, mit denen sich der Leser sowohl im griechischsprachigen als auch im deutschsprachigen Raum identifizieren kann.<\/p>\n<figure id=\"attachment_94\" aria-describedby=\"caption-attachment-94\" style=\"width: 3968px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-94\" src=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Markaris-Tagung-FU-23.6.16_4.jpg\" alt=\"Markaris-Tagung FU, 23.6.16_4\" width=\"3968\" height=\"2976\" srcset=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Markaris-Tagung-FU-23.6.16_4.jpg 3968w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Markaris-Tagung-FU-23.6.16_4-300x225.jpg 300w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Markaris-Tagung-FU-23.6.16_4-768x576.jpg 768w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Markaris-Tagung-FU-23.6.16_4-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 3968px) 100vw, 3968px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-94\" class=\"wp-caption-text\">Michaela Prinzinger, Petros Markaris, Silvia Zanovello (Diogenes-Verlag)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein Merkmal der Unterhaltungs- und Kriminalliteratur ist die Serienbildung, die Schaffung wiedererkennbarer Figuren eines Kommissars oder eines Detektivs, es wird Spannung aufgebaut und es wird ein R\u00e4tsel gel\u00f6st. Andererseits ist der Krimi als popul\u00e4rer Lesestoff auch ein Gesellschaftsroman, der das Augenmerk auf soziale Missst\u00e4nde legt und eine kritische Position zu verschiedenen Ph\u00e4nomenen der Gegenwart (Macht der Medien, Umweltverschmutzung, Korruption, Verlogenheit der Politiker, Vergangenheitsbew\u00e4ltigung, Wirtschaft-, Finanz- und Gesellschaftskrise) einnimmt. 2005 hat Petros Markaris mit dem Roman \u201eLive!\u201c in der Kategorie International des renommierten Deutschen Krimi Preises den 3. Platz hinter Ian Rankin und Arne Dahl eingenommen. Das hei\u00dft, auch er hatte einen eigenwilligen, wiedererkennbaren Stil gefunden, der sich vor allem in der Serienfigur Kommissar Charitos und in seiner Sichtweise der Welt, seinem Witz und seinen sprachlichen Bildern \u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>In der zeitgen\u00f6ssischen griechischen Literatur ist in den letzten Jahren generell eine \u00d6ffnung und Internationalisierung zu beobachten, die ich nur gut finden kann. Allerdings lastet auf der griechischen Literatur das schwere Erbe eines Klischees: das Sorbas-Syndrom. Dieses folkloristische Bild beeinflusst die Wahrnehmung der zeitgen\u00f6ssischen Kulturproduktion immer noch. Ziel w\u00e4re es, alle alten und neuen H\u00fcllen abzustreifen, den antiquierten Philhellenismus, die politische Brille der 60er- und 70er-Jahre, die einseitige Naturbegeisterung f\u00fcr die griechische Landschaft, den Krisen-Diskurs. Die gemeinsamen, globalen Fragen sind es, die uns zusammenf\u00fchren und die Menschen sprachen-und kultur\u00fcbergreifend interessieren.<\/p>\n<p>Eine Frage wird immer wieder gestellt: Warum gelingt es den griechischen oder zyprischen Autoren \u2013 trotz langj\u00e4hriger Bem\u00fchungen ihrer \u00dcbersetzer \u2013 nicht, ein ausl\u00e4ndisches Stammpublikum zu erreichen? Teils gibt man den Autoren, teils den \u00dcbersetzern die Schuld. Aber vielleicht liegt das Problem ganz woanders. Man muss bedenken, dass sich beispielsweise die griechische Prosa aufgrund historischer Entwicklungen mit einer gewissen Verz\u00f6gerung herausgebildet hat. Wenn es keine Tradition \u00fcbersetzter Literatur gibt, dann fehlen dem anderssprachigen Lesepublikum die Voraussetzungen. Der \u00dcbersetzer und auch der Leser k\u00f6nnen auf keinem Vorwissen aufbauen. Daher muss der \u00dcbersetzer in besonderer Weise Br\u00fccken bauen. Die \u00dcberfrachtung von Texten mit Realien und Eigennamen, die Voraussetzung historischer Kenntnisse, die der deutschsprachige Leser nicht hat, bilden da eine Verst\u00e4ndnisschwierigkeit. Das erschwert den Zugang, hier ist der \u00dcbersetzer gefordert und muss \u2013 durch elegante Anleitung des Lesers und m\u00f6glichst ohne trockene Fu\u00dfnoten \u2013 seine Vermittlungskunst beweisen.<\/p>\n<p>Der Aufbau eines treuen Lesepublikums ist ein langwieriger Prozess, der viel Geduld und Flei\u00df erfordert. Doch ohne funktionierende \u00dcbersetzungsf\u00f6rderung wird es sehr schwierig, griechische Literatur deutschsprachigen Verlagen schmackhaft zu machen. Das ist (leider) die Voraussetzung f\u00fcr den Kulturtransfer. Dann k\u00f6nnen nur solche Texte transferiert werden, die einen hohen Verkaufsfaktor haben. Das hei\u00dft, es werden wieder nur bestimmte, g\u00e4ngige Genres \u00fcbersetzt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3129\" aria-describedby=\"caption-attachment-3129\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3129\" src=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/markaris-tagung-7-1.jpg\" alt=\"publikum in hoersaal\" width=\"1024\" height=\"685\" srcset=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/markaris-tagung-7-1.jpg 1024w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/markaris-tagung-7-1-300x201.jpg 300w, https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/markaris-tagung-7-1-768x514.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3129\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Josefina Markarian<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie man beobachten konnte, wurde \u2013 bevor die Fl\u00fcchtlings- und Terrorproblematik die Medienhoheit \u00fcbernommen haben \u2013 das deutsch-griechische Verh\u00e4ltnis seit 2010, unter besonderer Zuspitzung im Jahr 2013-14, zu einem interessanten Fallbeispiel von missgl\u00fcckter Kommunikation. Nicht zuf\u00e4llig finden Deutschland und die deutsch-griechischen Beziehungen in den letzten Markaris-Romanen immer breiteren Raum. Den Anfang machte der deutsch-t\u00fcrkische Ermittler und seine Frau im Roman \u201eDie Kinderfrau\u201c, sp\u00e4ter ging es mit dem Deutschgriechen Jerassimos Nassiotis in \u201eZahltag\u201c weiter, der die gebrochene Identit\u00e4t der 2. und 3. Migrantengeneration verk\u00f6rperte. Dann wird Uli, ein junger Deutscher, in den Familienkreis von Kommissar Charitos eingef\u00fchrt, welcher der Liebe wegen nach Griechenland zieht. Im letzten Roman \u201eZur\u00fcck auf Start\u201c, der quasi als Epilog der Krisentrilogie fungiert, wird der deutsch-griechische Zusammenhang in der ber\u00fchrenden Figur des Deutschgriechen Andreas Markidis noch expliziter, der am Versuch tragisch scheitert, seine durch Bildung erworbene deutsche Mentalit\u00e4t zum Wohle Griechenlands einzusetzen.<\/p>\n<p>Die Deutschgriechen in Markaris\u2019 B\u00fcchern sind gebrochene Existenzen, gespaltene Pers\u00f6nlichkeiten, die mit ihrer multiplen Identit\u00e4t seelisch nicht ganz fertig werden. Und dadurch werden sie dann auch zur letzten Grenz\u00fcberschreitung, zum T\u00f6ten f\u00e4hig. Die Frage, wie man diese Zerrissenheit zwischen \u201edeutsch\u201c und \u201egriechisch\u201c \u00fcberwinden k\u00f6nnte, hat Markaris in einem Interview f\u00fcr die von mir gegr\u00fcndete deutsch-griechische Plattform diablog.eu folgenderma\u00dfen beantwortet:<\/p>\n<p>\u201eIch bin von Natur aus ein Mensch, der in einem &gt;Schwebezustand&lt;, in einem &gt;Niemandsland&lt; lebt. Ich bin das Kind einer gemischten Familie: Mein Vater war Armenier, meine Mutter Griechin. Ich bin in Istanbul aufgewachsen, aber auf ein \u00f6sterreichisches Gymnasium gegangen, habe dann in Wien gelebt und lebe jetzt in Griechenland. Eine wilde Mischung, sozusagen. Immer wieder sp\u00fcre ich dieses &gt;Niemandsland&lt; und sage: Redet mir nicht von Heimat, weil dieser Begriff sagt mir nichts, absolut nichts! Wenn das ein Grieche h\u00f6rt, sch\u00fcttelt er sich vor Grausen. Aber ich habe mich an den Zustand gew\u00f6hnt, nirgendwohin zu geh\u00f6ren. Ein Freund von mir hat mir erz\u00e4hlt: &gt;Nach drei, vier Monaten in Deutschland will ich alles hinschmei\u00dfen, weil mir die Deutschen auf die Nerven gehen, und zur\u00fcck nach Griechenland. Doch sobald ich dort bin, sage ich schon nach einem Monat: Ich halte die Griechen nicht aus, nichts wie weg.&lt; Das ist genau der Zustand der Nicht-Zugeh\u00f6rigkeit. Man braucht allerdings eine gewisse \u00dcbung, um so leben zu k\u00f6nnen. Mein Weg war es, mich der europ\u00e4ischen Kultur im Allgemeinen zugeh\u00f6rig zu f\u00fchlen, nicht speziell nur der griechischen oder \u00f6sterreichischen oder t\u00fcrkischen. Das hat mir geholfen, die Sache in den Griff zu bekommen.\u201c<\/p>\n<p>Wenn man selbst die Wahl hat, f\u00fcr welche Kultur man sich entscheidet, ist das etwas anderes, als hineingeboren zu werden. Freunde w\u00e4hlt man sich selbst, die Familie nicht. In Markaris\u2019 letztem Roman \u201eZur\u00fcck auf Start\u201c fungiert ein Isokrates-Zitat als Motto: Grieche sei man nicht durch Geburt, sondern durch Teilhabe an der griechischen Bildung. Also ein antinationalistisches Statement par excellence\u2026<\/p>\n<p>Dazu meint Markaris im oben genannten Interview: \u201eDieser tolle Spruch von Isokrates ist eine der fortschrittlichsten Positionierungen zu diesem Thema in der ganzen Ideengeschichte. Es ist nicht das Volk, das dich bestimmt, sondern die Bildung. Das erlebe ich bei mir selbst. Die Bildung ist es, die mich geformt hat. Auch in meinem letzten Roman ist die Rolle, die die Bildung spielt, ausschlaggebend f\u00fcr die Aneignung und Assimilierung von Kultur. In Brechts &gt;Kaukasischem Kreidekreis&lt; gibt es ein ganz \u00e4hnliches Zitat, wenn der Erz\u00e4hler sagt: &gt;Dass da geh\u00f6ren soll, was da ist, denen, die f\u00fcr es gut sind.&lt; Dieses Gute ist in dem Fall die Bildung, die die Menschen formt. Brechts Spruch ist genauso f\u00fcr Interpretationen offen wie Isokrates\u2019 wunderbares Zitat.\u201c<\/p>\n<p>Nicht Geburt, sondern Teilhabe, das ist also die Botschaft. Teilhabe ist ein demokratischer Prozess, der erk\u00e4mpft werden will. Geburt ist von vornherein gegeben und auch nicht ver\u00e4nderbar. Petros Markaris hat sich in den Dienst der Sache gestellt, Teilhabe zu erm\u00f6glichen, durch Kulturtransfer Texte dauerhaft heimisch zu machen, sie auf fremdem Terrain einzupflanzen und anzusiedeln.<\/p>\n<p>In diesem Sinne betreibt Petros Markaris seine eigene Agenda von Kulturpolitik, sowohl als Autor als auch als \u00dcbersetzer. Kulturpolitik ist keine Angelegenheit zwischen Staaten, sondern zwischen Menschen. Sie sollte nicht in Institutionen verb\u00fcrokratisiert werden, sondern in kreativen Menschen zum Ausdruck kommen, die Br\u00fccken schlagen. Diese Art von Kulturpolitik wirkt inspirierend und f\u00f6rdert den Zusammenhalt und das gegenseitige Verst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p><em>Zur weiterf<\/em><em>\u00fc<\/em><em>hrenden Lekt<\/em><em>\u00fc<\/em><em>re: Besuchen Sie die Website diablog.eu, wenn Sie <\/em><em>\u00fc<\/em><em>ber Initiativen im Rahmen des deutsch-griechischen Kulturtransfers informiert werden wollen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u0394\u03b9\u03ac\u03bb\u03b5\u03be\u03b7 \u03c4\u03b7\u03c2 \u039c\u03b9\u03c7\u03b1\u03ad\u03bb\u03b1 \u03a0\u03c1\u03af\u03bd\u03c4\u03c3\u03b9\u03b3\u03ba\u03b5\u03c1 \u03c3\u03b5 \u03b7\u03bc\u03b5\u03c1\u03af\u03b4\u03b1 \u03b3\u03b9\u03b1 \u03c4\u03bf\u03bd \u03a0\u03ad\u03c4\u03c1\u03bf \u039c\u03ac\u03c1\u03ba\u03b1\u03c1\u03b7 \u03c3\u03c4\u03b9\u03c2 23 \u0391\u03c0\u03c1\u03b9\u03bb\u03af\u03bf\u03c5 2016 \u03c3\u03c4\u03bf \u0395\u03bb\u03b5\u03cd\u03b8\u03b5\u03c1\u03bf \u03a0\u03b1\u03bd\u03b5\u03c0\u03b9\u03c3\u03c4\u03ae\u03bc\u03b9\u03bf \u0392\u03b5\u03c1\u03bf\u03bb\u03af\u03bd\u03bf\u03c5 (\u03c3\u03c4\u03b1 \u03b3\u03b5\u03c1\u03bc\u03b1\u03bd\u03b9\u03ba\u03ac) \u03c3\u03b5 \u03bc\u03bf\u03c1\u03c6\u03ae \u03ba\u03b5\u03b9\u03bc\u03ad\u03bd\u03bf\u03c5 \u03ba\u03b1\u03b9 \u03c3\u03b5 \u03b2\u03b9\u03bd\u03c4\u03b5\u03bf\u03c3\u03ba\u03cc\u03c0\u03b7\u03c3\u03b7. \u0398\u03b1 \u03b4\u03b7\u03bc\u03bf\u03c3\u03b9\u03b5\u03c5\u03c4\u03b5\u03af \u03c3\u03b5 \u03c4\u03b9\u03bc\u03b7\u03c4\u03b9\u03ba\u03cc \u03c4\u03cc\u03bc\u03bf \u03c4\u03c9\u03bd \u03b5\u03ba\u03b4\u03cc\u03c3\u03b5\u03c9\u03bd \u03a1\u03c9\u03bc\u03b9\u03bf\u03c3\u03cd\u03bd\u03b7 \u03b3\u03b9\u03b1 \u03c4\u03bf\u03bd \u03c3\u03c5\u03b3\u03b3\u03c1\u03b1\u03c6\u03ad\u03b1. 1995 &hellip; <a href=\"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/genikou-endiaferontos\/metafrastes-os-gefyropoioi-kai-politikoi-tou-politismou\/\" class=\"more-link\">\u03a3\u03c5\u03bd\u03b5\u03c7\u03af\u03c3\u03c4\u03b5 \u03c4\u03b7\u03bd \u03b1\u03bd\u03ac\u03b3\u03bd\u03c9\u03c3\u03b7 <span class=\"screen-reader-text\">\u03a3\u03c5\u03b3\u03b3\u03c1\u03b1\u03c6\u03b5\u03af\u03c2 \u03ba\u03b1\u03b9 \u03bc\u03b5\u03c4\u03b1\u03c6\u03c1\u03b1\u03c3\u03c4\u03ad\u03c2 \u03c9\u03c2 \u03b3\u03b5\u03c6\u03c5\u03c1\u03bf\u03c0\u03bf\u03b9\u03bf\u03af \u03ba\u03b1\u03b9 \u03c0\u03bf\u03bb\u03b9\u03c4\u03b9\u03ba\u03bf\u03af \u03c4\u03bf\u03c5 \u03c0\u03bf\u03bb\u03b9\u03c4\u03b9\u03c3\u03bc\u03bf\u03cd<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":102,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,53,50,52,49],"tags":[81,1296,563,508,99,510,509,98,507,96,153,118,506,476],"class_list":["post-211","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-genikou-endiaferontos","category-ekdiloseis","category-logotechnia","category-metafrasi","category-politiki-tou-politismou","tag-andrea-di-gregorio-el","tag-brueckenbauer-el","tag-kultur-el","tag-508","tag-99","tag-510","tag-509","tag-98","tag-507","tag-96","tag-153","tag-118","tag-506","tag-476"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=211"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/media\/102"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=211"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=211"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/michaela-prinzinger.eu\/el\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=211"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}